Wann kommt endlich die ortsbezogene Produktsuche?

Warum der eCommerce dem stationären Handel Umsatz wegnimmt lässt sich ökonomisch im Prinzip ja ganz banal mit der Transaktionskostentheorie erklären – also mit Kosten für die Suche, Informationsbeschaffung und Vertragsanbahnung – im Endeffekt somit auch Kosten der Zeit.
Wenn ich ein Produkt haben möchte, dann ist es durch das Internet recht einfach einen Anbieter zu finden – im Zweifel kaufe ich dann eh bei Amazon – obwohl vielleicht ein Händler um die Ecke dieses Produkt in seinem Geschäft führt bzw. verfügbar hat.
Das Problem ist nur, dass die Kunden es einfach nicht wissen, dass es das Produkt in der Nähe direkt zu kaufen gibt – evtl. sogar günstiger.
Der Erfolg des Online-Handels ist zu einem großen Teil einfach auch auf Informationsdefizite auf Seiten der Verbraucher bzw. mangelnde Informationsbereitstellung durch lokale Anbieter zurückzuführen.

Liebe Günderinnen und Gründer, liebe Händler: Nach 15 Jahre eCommerce und Umsatzverschiebung von Offline zu Online und Jammern auf Seiten des stationären Handels: Wann kommt endlich eine ortsbezogene Produktsuchmaschine oder Portal? Was helfen einem die ganzen Branchenbücher – dann weiss man ja noch immer nicht, ob ein bestimmtes Produkt in der Nähe verfügbar ist (und wenn es keinen Anbieter in der Nähe gibt, dann kann man immernoch auf dem Portal auf entsprechende Online-Händler verweisen – oder man zeigt einfach lokale und Online-Verfügbarkeiten und lässt den Kunden entscheiden).
Schön wäre dieser Dienst natürlich mit App und Reservierungsfunktion, sodass man all seine lokalen Online-Bestellungen einfach an einem Ort gesammelt abholen kann bzw. noch am selben Tag durch die Händler oder der Händlergemeinschaft geliefert bekommt. Möglichkeiten gibt es viele!
Und wenn man Beratung braucht, dann weiss man wenigstens auch, wer einem vor Ort konkret weiter helfen kann.
Technisch und logistisch ist das Ganze ja mittlerweile kein Hexenwerk mehr. Es entsteht natürlich Aufwand hinsichtlich Produktdatenerfassung und Strukturierung sowie Aktualität der Daten – aber alles Dinge, die im Prinzip recht einfach in den Griff zu bekommen sind. Die Daten braucht man künftig ja eh für QR-Shopping, NFC, Augmented-Reality-Anwendungen oder Mobile-Payment etc.
Ich frage mich, wann auf Händlerseite endlich aufgehört wird zu jammern und stattdessen der erste Schritt in Richtung Kundenorientierung, Vereinfachung und Zeitersparnis für die Kunden gegangen wird.

Wann kommt endlich die ortsbezogene Produktsuche?
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Über Hagen Fisbeck

Hagen Fisbeck ist Berater für digital gestützten Handel. Seit über 15 Jahren ist er im professionellen eCommerce und Multi-Channel-Handel tätig und war bei der Arcandor AG viele Jahre in leitenden eCommerce-Funktionen und als Intrapreneur tätig. Seit 2009 berät er größere und mittlere Handelsunternehmen im eCommerce und Multi-Channel-Handel und ist Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter von DigitalRetail
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3 Antworten auf Wann kommt endlich die ortsbezogene Produktsuche?

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  2. Pingback: Stationär spielt seine Versandhandelsstärke aus: Lieferung in wenigen Minuten | regital

  3. Andreas sagt:

    Hallo Hagen,

    zuerst einmal finde ich deinen Blog super.

    Eine Ortsbezogenen Produktsuche gibt es doch schon.

    z. B.
    http://www.stadtzettel.de/

    http://snipon.de/

    oder http://www.marktjagd.de/

    Doch mich würde mal deine Meinung dazu interessieren ob ein nationaler Online-Marktplatz mit regionalem Bezug Zukunftschancen hätte. Wenn man dazu noch Same-Day-Delivery anbieten könnte, wäre das nicht ein riesen Vorteil gegenüber Amazon und eBay?

    Oder kommt man da schon zu spät? Amazon und eBay sind ja stark dabei in den lokalen Markt zu drängen und bieten schon Same-Day-Delivery in den USA an.

    Gruß
    Andreas

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