Interview mit den Gründern von store2be – der Buchungsplattform für temporäre Aktions- und Verkaufsflächen

Immer mehr eCommerce Pure-Player suchen ihren Weg in die Offline-Welt. Vielen ist jedoch einerseits evtl. das Risiko des Investments zu groß oder sie wollen die Offline-Welt auch erst einmal testen. Den passenden Standort bzw. die richtige Ladenfläche zu finden und dann anzumieten stellt außerdem einen zusätzlichen Aufwand dar. Viele wollen sich evtl. auch nicht sofort langfristig binden. Eine Möglichkeit für Online-Händler ohne großes Investment einen ersten Schritt in Richtung stationärer Handel zu machen bietet die Online-Buchungsplattform store2be. Das junge Unternehmen vermittelt Laden- und Aktionsflächen von bestehenden stationären Händlern an Online-Händler. Beispielhaft könnte dies wie folgt aussehen…

Beispielhaftes Einsatzgebiet von store2be

Soziale Netzwerke begleiten uns auf Schritt und Tritt. Tagtäglich werden Unmengen an Content über die verschiedenen sozialen Kanäle verbreitet. Visueller Content in Form von Fotos bildet einen großen Anteil hiervon. Nicht nur via Instagram und Facebook lassen sich lustige, bewegende, wichtige und auch nicht so wichtige Momente in Sekundenschnelle teilen und verewigen. Doch manchmal möchte man doch mal wieder ein gedrucktes Foto in der Hand haben. Die Tatsache, dass heute kaum noch jemand akribisch Familienfotos sichtet und in Handarbeit in Fotoalben sortiert, heißt nicht, dass das gedruckte Bild ausgestorben ist. Im Gegenteil: Moderne Technologie ermöglicht eine große Vielfalt an Fotoprodukten, mit denen sich Erinnerungen verewigen lassen. Vor allem mit Hilfe von Onlinetools kann man schnell und unkompliziert die gewünschten Produkte erstellen und personalisieren. Doch wie könnte man eine solche Dienstleistung auch offline verfügbar machen?

Angenommen es gäbe ein junges Unternehmen, welches hochwertige Drucke von Social Media Produkten wie z.B. Instagram-Fotos im Polaroid-Format oder auch Facebook-Alben als gebundene Fotobücher anbietet. Die Jungunternehmer haben sich schon im Bereich Social Printing etabliert und einen festen Kundenstamm aufgebaut. In der näheren Zukunft möchten sie nun gerne ihren Produktkatalog erweitern und ihre Kunden aktiver in die Erstellung der Prints einbinden. Bisher können Bestellungen ausschließlich online abgewickelt werden. Das Drucken und Fertigstellen der Produkte erfolgt dann in einem kleinen Raum, den die Jungunternehmer gemeinsam mieten. Dort gibt es gerade genug Platz für ihr Arbeitsgerät.
Was sie nun brauchen ist eine Verkaufsfläche. Nur so schaffen sie den Sprung vom reinen Onlineunternehmen und steigern ihren Bekanntheitsgrad. Das Unternehmen möchte nicht einfach nur Fotoprodukte erstellen, sondern Social Printing als Erlebnis für den Kunden anbieten. Die Idee ist, zukünftig kleinere Produkte wie Magneten oder Polaroid-Prints direkt vor Ort erstellen zu können. Außerdem möchten sie gerne eine Fotobox aufstellen, aus der die Kunden per App ihre Fotos selbst drucken können. So hoffen sie, ihr Onlineunternehmen buchstäblich unter das Volk zu bringen und mit Offline Erlebnissen zu verbinden.

Was also tun? Einen ganzen Laden anzumieten birgt ein großes Risiko. Außerdem überstiege eine Ladenmiete langfristig das Budget der jungen Gruppe. Optimal wäre es, für ein paar Tage z.B. eine kleine Ladenfläche mieten zu können. Durch eine Internetsuche stoßen sie auf ein anderes Startup, welches die ideale Lösung für ihr Problem zu bieten scheint. Store2be, ein junges Unternehmen aus Karlsruhe, bietet eine Onlineplattform, über welche stationäre Händler kleine bis mittelgroße Ladenfläche zur kurz- oder längerfristigen Miete anbieten. Die Buchung erfolgt über store2be.
Da dieses Konzept noch nicht allzu vielen bekannt sein dürfte, haben wir uns mit den Gründern von store2be unterhalten, um genauer herauszufinden, wie ihr Unternehmen funktioniert.

  1. Wer steht hinter store2be und wie lässt sich euer Startup in einem Satz beschreiben?
Gründerteam store2be

Das Gründerteam von store2be

store2be ist die Buchungsplattform für temporäre Aktions- und Verkaufsflächen in Einzelhandelsgeschäften, Shoppingcentern und an außergewöhnlichen Orten wie Fitnessstudios oder Universitäten. Hinter store2be stehen die vier Gründer Marlon, Sven, Emil und Peter. Marlon und Sven kennen sich aus ihrem Studium an der WHU in Vallendar und bilden die betriebswirtschaftliche Seite des Gründerteams. Auch Emil und Peter kennen sich aus ihrer gemeinsamen Studienzeit am Karlsruhe Institute of Technology (KIT). Sie treiben als technische Seite des Gründerteams das Produkt voran.

  1. Wie ist eure Idee entstanden?

Die Idee zu store2be ist während unserer Arbeit in diversen anderen Startups entstanden. Dort ist uns aufgefallen, wie wichtig und zugleich komplex das Thema Offline Marketing ist. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass vor allem solche Unternehmen langfristig erfolgreich sind, die auf mehrere Customer Touchpoints und Kanäle (Stichwort: Omnichannel-Marketing) setzen. Eine stationäre Präsenz ist jedoch mit hohem Aufwand verbunden und der Erfolg solcher Aktionen schwer messbar. Genau da setzen wir mit store2be an und bieten unseren Kunden alles für eine erfolgreiche Aktion. Gleichzeitig lässt sich in unseren Augen eine zunehmende Uniformität und ein starker Druck zur Weiterentwicklung im Einzelhandel beobachten. Indem wir neuartige Marken und Produkte mit stationären Händlern und ihrer Infrastruktur zusammenbringen, stärken wir beide Gruppen und bringen wieder mehr Abwechslung in den Einzelhandel.

  1. Wer nutzt store2be bisher hauptsächlich?

Die buchenden Unternehmen sind aktuell viele Online-Unternehmen und Konsumgüterunternehmen. Künftig wird store2be aber vermutlich auch für Einzelhändler interessant, die temporär an neuen Orten auftreten möchten.

  1. Inwieweit seid ihr in die Umsetzung der temporären Stores vor Ort involviert?
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Eine Verkaufsaktion, organisiert von store2be

Unser Ziel ist der Aufbau einer „One-Stop-Lösung“ für den stationären Auftritt. Das heißt: Neben der richtigen Fläche bieten wir unseren Kunden auf Wunsch auch die entsprechenden Zusatzleistungen wie Standbau, Logistik und Personal. Somit lassen wir unseren Kunden nicht mit der Fläche alleine, sondern teilen unsere Erfahrungen und Ressourcen, um ihm den maximalen Erfolg auf der Fläche zu ermöglichen. Auf der Fläche selbst sind wir dann nicht mehr involviert. Hier steht der Kunde im Fokus. Während junge Gründer meist noch selbst vor Ort aktiv sind, setzen gerade unsere größeren Kunden Promotion-Personal ein.

  1. Welche Marketingmaßnahmen nutzt ihr, um store2be zu vermarkten?

Die Vermarktung von store2be ist unsere größte Herausforderung. Wir merken, dass unsere Lösung sowohl auf Vermieter- als auch auf Mieterseite Anklang findet. Allerdings sind wir als B2B-Lösung kein klassisches Online-Marketing-Produkt und nutzen deshalb alternative Wege, um unsere potenziellen Partner und Kunden zu erreichen. Derzeit setzen wir viel auf Tele-Sales und E-Mails, um zunächst eine Grundbekanntheit zu erlangen. Darüber hinaus merken wir, wenn zufriedene Kunden oder Medien positiv über uns berichten und uns aktiv als Lösung weiterempfehlen.

  1. Beschränkt sich die Zusammenarbeit auf die Vermittlung der Flächen?

Unsere Lösung von store2be beschränkt sich explizit nicht auf die reine Vermittlung der richtigen Flächen. Zusatzleistungen, die wir bereits heute anbieten können, umfassen Stände für den stationären Auftritt, Logistik, Einlagerung aller Materialien, Personal und mobile Bezahlsysteme. Darüber hinaus arbeiten wir derzeit eifrig an unterschiedlichen Offline-Tracking Lösungen, um den Erfolg der stationären Aktionen unserer Kunden messbar zu machen. Unser großes Ziel ist wie gesagt die Entwicklung einer „One-Stop-Lösung“ für den stationären Auftritt!

  1. Könnt ihr etwas mehr sagen über die Offline-Tracking Lösungen, an denen ihr derzeit arbeitet?

Vor allem durch unsere ersten Kunden, die oft aus der Online-Welt kommen, haben wir erfahren wie wichtig die Messbarkeit von stationären Aktionen ist. Natürlich wollen sie wissen, wie viele Leute ihren Stand gesehen haben und wie viele Leute letztlich auch stehen geblieben sind. Online ist das einfach möglich, Offline ist das eine technische Herausforderung. Gemeinsam mit einem Partner arbeiten wir derzeit aber an einer technischen Lösung, um auch Offline einen gewissen „Conversion Funnel“ abbilden zu können. Mehr möchten wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten, wir werden es aber rechtzeitig ankündigen.

  1. Inwiefern denkt ihr, dass store2be dabei helfen kann, dem Aussterben der Innenstädte langfristig entgegenzuwirken?

Wir denken, dass store2be einen wertvollen Beitrag dazu leistet, dass sich der stationäre Einzelhandel im Zuge der Digitalisierung weiterentwickelt und die Vorteile nutzt, die diese Entwicklung mit sich bringt. Unsere Vision ist es, dass Innenstädte künftig die Orte sein werden, an denen soziale Interaktionen und reale Begegnungen mit Marken stattfinden. Dazu muss sich der stationäre Einzelhandel aber vom reinen Produktverteiler hin zu einem Ort wiederkehrender Erlebnisse wandeln – ansonsten haben Endkunden künftig keinerlei Gründe, in Geschäfte zu strömen und Stunden in Innenstädten zu verbringen. store2be wirkt also nicht unmittelbar, definitiv aber mittelbar, dem Aussterben der Innenstädte entgegen, weil wir den stationären Handel auf dem Weg in die zunehmende Digitalisierung begleiten und ihn durch Abwechslung und Erlebnisse attraktiv für Endkunden halten.

  1. Nach welchen Kriterien wählt ihr aus, ob die Kleinunternehmer zu den Anbietern von Ladenflächen passen?

Neben der Kundenfrequenz ist vor allem die Kundengruppe entscheidend, wenn es darum geht, ob eine Fläche zu einem bestimmten Mieter passt. Derzeit fragen wir von unseren Vermietern beispielsweise die klassischen Kundenkriterien wie Alter, Geschlecht und Einkommen ab. Die meisten werbetreibenden Unternehmen haben ein genaues Bild ihrer Zielgruppe und können anhand dieser Informationen die richtige Fläche für sie finden. Während beispielsweise einer unserer Kunden (ein natürlicher Anti-Kater-Drink) explizit junge, eher männliche Kunden anspricht (die richtige Fläche war ein Fitnessstudio in Universitätsnähe), fragte ein anderer Kunde (eine Speicheranlage für Solarstrom) nach einer Zielgruppe mittleren Alters mit höherem Einkommen – die richtigen Flächen fanden wir hier in Baumärkten und Shoppingcentern in eigenheimstarken Wohngebieten. Natürlich werden wir diesen „Matching-Prozess“ zwischen Flächen und werbetreibenden Unternehmen künftig weiter verbessern. Hier haben wir sowohl konzeptionell als auch technisch noch einiges geplant und werden im Laufe des Jahres mehr bekannt geben.

  1. Welche Vorteile ergeben sich für die Vermieter der Flächen aus der Nutzung eurer Dienste im Gegensatz zur eigenständigen Vermietung von Ladenflächen?

Grundsätzlich profitieren unsere Flächenpartner von store2be, weil wir ihnen mit store2be ein kostenloses Tool an die Hand geben, mit dem sie ihre Flächen Online vermarkten können. Wir vergrößern außerdem die Reichweite und die Bekanntheit der verfügbaren Flächen. Es ist ja nicht das Kerngeschäft unserer Partner, ihre Flächen zu vermarkten; darauf konzentrieren wir uns. Tatsächlich werden (wir) auch oft mit klassischen Hotel-Buchungsplattformen verglichen. Auch hier profitieren Hotels ja von der größeren Reichweite durch eine bekannte Plattform als Partner, wenn auch in diesem Fall, anders als bei uns, nicht kostenlos. 

  1. Wie seht ihr eure Situation in Bezug auf Konkurrenz? Habt ihr starke Konkurrenz? Wenn ja, wie hebt store2be sich davon ab?

Es gibt diverse Anbieter, die sich auf die Vermittlung von leerstehenden Geschäften als temporäre PopUp Locations konzentrieren. Von diesem Fokus haben wir uns relativ schnell verabschiedet, weil dieser Markt in unseren Augen bereits gut besetzt ist. Unser Fokus liegt auf solchen Flächen, die bereits belebt sind und über eine Infrastruktur verfügen. Solche Flächen können zum Beispiel in bestehenden Einzelhandelsgeschäften (store-in-store) und Shoppingcentern, aber auch an außergewöhnlichen Orten wie Fitnessstudios oder Kinos sein. Durch die Konzentration auf diesen Flächentyp differenzieren wir uns von anderen Unternehmen im Bereich „Agile Retail“. Darüber hinaus bieten wir eine „One-Stop-Lösung“ für den stationären Auftritt und bieten nebender Fläche selbst auch alle relevanten Zusatzleistungen. Auch dadurch möchten wir uns differenzieren.

12. Wie seht ihr die Zukunft von store2be?

Unsere wichtigsten Schritte im Jahr 2016 sind der Ausbau unseres Flächenportfolios über unterschiedliche Flächentypen und die Ansprache neuer Kundengruppen, für die unsere Lösung relevant ist. Derzeit befindet sich der Großteil unserer Flächen in Shoppingcentern und inhabergeführten Geschäften; im Jahresverlauf werden wir noch weitere Flächentypen anschließen, damit jedes Unternehmen über store2be mit wenigen Klicks an den Orten auftauchen kann, wo es seine Zielgruppe optimal erreicht. store2be_logo_v_b_780x620
Darüber hinaus entwickeln wir unser Produkt konsequent weiter, um den Abstimmungsprozess zwischen Mietern und Vermietern von Flächen Schritt für Schritt zu vereinfachen und zu automatisieren. Langfristig möchten wir store2be als ernsthaften neuen Marketingkanal etablieren. Wir glauben fest daran, dass Unternehmen künftig wieder vermehrt auf stationäre Marketingelemente setzen werden. Dazu muss es uns gelingen, die Buchung einer stationären Präsenz so einfach zu gestalten wie die Buchung einer Online-Kampagne.

Im Falle von unserem Social Printing Unternehmen scheint dies genau der richtige Weg zu sein. Es wäre eine gute Möglichkeit, eine Fläche über store2be anzumieten und so den ersten Schritt in Richtung stationärer Handel zu wagen. Und dies ohne das Risiko, sich mit einer Ladenmiete zu übernehmen. Vielleicht würde es auch mehrere Buchungen über store2be geben, die dem jungen Unternehmen dabei helfen könnten, auch offline erfolgreich zu sein.

– Danke an die Gründer von store2be für das Interview!

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regital.de wird zum Blog von Digital-Retail.de

Eine kurze Mitteilung in eigener Sache:
Mein Blog regital.de wird jetzt umgestellt zum Blog von DigitalRetail – meiner Unternehmensberatung für die digitale Transformation im Handel.
Mit DigitalRetail möchte ich noch stärker den Fokus auf die Schwerpunkte meiner Tätigkeit lenken – der Digitalisierung im Handel. Aus diesem Grund habe ich mein Beratungsunternehmen next-e.biz auf DigitalRetail umfirmiert.
Die Umstellung wird jedoch keinerlei Auswirkungen auf meine Beiträge etc. haben, sondern lediglich die Fokussierung auf die digitale Transformation im Handel deutlicher machen. Ich werde selbstverständlich weiter unabhängig und neutral die wichtigen Themen der Digitalisierung im Handel aufgreifen, und frei meine Meinungen dazu äußern. Ich wünsche Euch weiter gute Information uns Spaß an meinen Beiträgen.

Euer Hagen Fisbeck

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Kunden statt Kanäle und Devices – Der Stolperstein in der IT beim OmniChannel

Der Multichannel-Handel hat sich mittlerweile auf die OmniChanel-Reise begeben und versucht nun, die unterschiedlichen Kanäle miteinander zu verbinden bzw. zu verschmelzen. Die Entschlossenheit für diese Richtung findet dann auch mittlerweile immer stärker Einzug in echte Umorganisationen in den Handelsunternehmen, in denen dann die Kanäle unter eine gemeinsame OmniChannel-Führung zusammengeführt werden.

Auf den ersten Blick scheint der Handel also die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und Lehren aus der Vergangenheit gezogen zu haben, als der eCommerce aufkam – bzw. Online-Händler, welche nun immer mehr auch in die stationäre Welt eintauchen, wollen diese Erfahrungen schon gleich vermeiden.

Das Versäumnis der rechtzeitigen Integration des eCommerce

Der Handel scheint also alles richtig zu machen – der Wille ist da. Wenn nur nicht diese IT wäre, mit seinen Stolperfallen…
Der Grund hierfür ist recht simpel. Die IT war und ist ja immer Problemlöser und Effizienz-Verbesserer für Prozesse. Aber schon beim Aufkommen des eCommerce wurden oftmals strategische Fehler begangen bzw. es wurde versäumt, Neuerungen später strategisch vernünftig rechtzeitig in bestehende Strukturen zu integrieren.
Nehmen wir als Beispiel einmal den Versandhandel. Die klassischen Katalogversender reagierten mehr oder weniger früh auf das Internet und deren Möglichkeiten. Aber selbst die Händler, die hier früh eine Chance witterten und gute Chancen gehabt hätten/hatten, sind mittlerweile ins Straucheln gekommen oder existieren nicht mehr. Wie es oftmals so ist mit neuen Konzepten, entsteht zunächst ein Projekt, dann eine Abteilung usw. und man baut zunächst seine eigene Welt mit eigenen Strukturen. Fast überall entstand dann ein Bereich eCommerce, Neue Medien, you name it… Dieser waltete oftmals autark von der bisherigen IT losgelöst, was sicher oft von Vorteil und richtig war – Schnelligkeit, Flexibilität, Unabhängigkeit usw. waren alles sehr gute Argumente und so entstand eine eigene Welt im Unternehmen – mit oftmals spiegelbildlichen Strukturen zur bestehenden Organisation (IT, Einkauf, Content, Produktdaten, Marketing,…) – versehen mit dem Prefix „Online-…“. Alles in allem sicher ein guter und richtiger Weg, um schnell im Markt voran zu kommen. Nach nunmehr jedoch rund 20 Jahren eCommerce muss man sich jedoch die Frage stellen, ob diese Parallelwelt noch zeitgemäß ist, oder ob man nicht schon eher hätte alles zusammenführen müssen. Auch wenn das Internet für einige noch immer Neuland ist, so ist ja bereits schon wirklich sehr lange klar (alleine auch schon aufgrund der Umsatzanteile im eCommerce am Umsatz eines Händlers), dass der Online-Handel kein Projekt mehr ist, sondern sich hat und das Internet sicher nicht mehr weg geht.

Organisatorisch wird bereits vieles richtig gemacht

Okay… Auf der organisatorischen Ebene haben es mittlerweile fast alle Händler verstanden und fassen die bislang getrennte Kanalbearbeitungen unter dem Sammelbegriff OmniChannel zusammen. Aber reicht das aus?
Schaut man sich dann nämlich die gewachsenen getrennten Strukturen auf der Ebene der dazu notwendigen IT an, dann eröffnen sich einem hier extrem komplexe Gebilde – in beiden Welten. Die oftmals voneinander losgelösten IT-Infrastrukturen haben im Laufe der Zeit und weiterem technologischem Fortschritt und immer stärkerer Spezialisierung – auch von Systemen – ein enormes Maß an Komplexität durch Systemvielfalt, Schnittstellen, Datenbanken etc. bekommen. Eine Änderung an einer Stelle zieht Änderungen in einer Vielzahl von Schnittstellen und anderen Systemen nach sich. Das Maintainance und der Betrieb haben oftmals in beiden Welten gigantische Ausmaße angenommen.
So stellt sich einem nun schon die Frage, ob die Händler denn dann auch in der Lage sind, die organisatorischen Veränderungen und den Veränderungswillen der Geschäftsführer und Manager auch in die Tat umsetzen zu können – denn man ist von der IT mittlerweile von den bestehenden IT-Strukturen abhängig. Die Chance, noch rechtzeitig auf die Entstehung von Komplexität in beiden Welten zu reagieren und so noch rechtzeitig die Kurve zu kriegen und beide Welten in eine neue gesamte Infrastruktur zusammenzuführen wurde oftmals verpasst.

Die Schwäche des Effizienzdenkens und der Standardisierung

Und hier wird dann eine Schwäche von Standard-Technologien sehr deutlich – sie laufen der Zeit immer hinterher, denn es wird das zu einem Standard, was sich im Markt etabliert hat (also was schon da ist). Und so findet man dann für jeden Kanal eine für sich genommen sicher effiziente Standard-Lösung – die jedoch für die heutigen und künftige Anforderungen nicht die nötige Effektivität hat.
Hier wird die alte Weisheit „Effektivität schlägt Effizienz“ der Schumpeterischen Entwicklungstheoretiker deutlich.
Denn die Anforderungen an ein echtes OmniChannel, welches um Click&Collect oder Reservierungen im Store etc. hinaus geht (wobei Letzteres schon eine hohe Kunst ist) und echtes Seamless-Shopping ermöglichen muss, kann man nicht einfach durch Schnittstellen zwischen beiden Welten lösen. Hier besteht mehr als Nachholbedarf, denn oftmals ist noch das Problem, dass neben der Besitzstand- und Bewahrer-Denke auch die Fähigkeit für das Verständnis der künftigen Herausforderungen fehlt. Hier droht trotz OmniChannel-Strategie und Umorganisation insbesondere bei Multi-Channel-Händlern mit stationären Läden ein ähnliches Schicksal, wie es in der Vergangenheit (und noch bis heute) dem einen oder anderen Versandhändler durch das Aufkommen des Online-Handels traf.

Kaum ein Anbieter von Systemen ist auf die künftigen Herausforderungen vorbereitet. Was tun? Man müsste eigentlich etwas eigenes entwickeln (da es noch keine Standard-Lösung gibt) – und das wird für etablierte und große Unternehmen sicher keine einfache Sache, da ja im Prinzip kein neuer Kanal hinzu kommt, den man dann mit einer Schnittstelle bedienen kann, sondern es trifft etablierte Kanäle und Prozesse im Herz – also lieber doch warten, bis einer angefangen hat und sich dann irgendwann ein Standard entwickelt?

Es besteht zeitnaher und hoher Aufholbedarf in der IT der Händler und insbesondere auch bei den System-Anbietern. Bislang gibt es kaum IT-Systeme für den Handel, die dieser Anforderung gerecht werden. Man konzentriert sich stattdessen z.B. bei Anbietern von Shop-Systemen gerade noch immer darauf, dass man eine schicke mobile-Lösung für Online-Shops sowohl für SmartPhones und Tablets bereitstellen möchte oder auf tolle App-Features, anstatt zu verstehen, dass es nicht um Kanäle oder Devices geht, sondern um den Kunden. Der Kunde denkt nicht in Kanälen oder Devices. Er möchte künftig seamless einkaufen – also seinen Einkauf evtl. am Tablet beginnen, am Smartphone fortsetzen und im Laden abschließen.
Der Handel wird also auf allen Ebenen seamless werden – vom Marketing über das Shopping bis hin zum Analytics.
Es muss daher auch endlich das Verständnis dafür entstehen, dass das Internet kein Kanal ist, sondern die Infrastruktur, welche all dies ermöglicht – und so ist dann bspw. auch die Kasse nur ein weiteres Device auf dem gleichen System (also im Prinzip nur eine spezielle Sicht auf den Online-Shop).

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Interview mit dem Gründer des mobilen Bezahldienstes payleven

Es kommen ja gefühlt fast täglich neue mobile Bezahldienste auf den Markt. Daher habe ich einmal die Gelegenheit genutzt ein kurzes Interview mit dem Gründer von payleven, Konstantin Wolff, zu führen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was payleven besonders macht und warum man sich diesen Anbieter einmal genauer anschauen sollte.

Konstantin Wolff - Gründer payleven

Konstantin Wolff – Gründer payleven

  1. Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Konstantin Wolff: Mein Name ist Konstantin Wolff, ich bin Gründer und CMO von payleven. Das Unternehmen wurde im März 2012 von einer Gruppe Finanzexperten und Entrepreneuren gegründet und ist derzeit in neun europäischen Märkten und Brasilien aktiv. Mit dem Chip & PIN Kartenleser, der sich über Bluetooth mit der payleven App auf dem Smartphone oder Tablet des Händlers verbindet, können kleine und mittelständische Unternehmer jederzeit und überall Kartenzahlungen annehmen: sicher, flexibel und 100 % mobil.

  1. Was ist Eure Vision und wie seid Ihr auf Eure Idee gekommen?

KW: Kleine und mittlelständische Unternehmen konnten Ihren Kunden in der Vergangenheit keine Kartenzahlung ermöglichen. Dabei geht der weltweite Trend jedoch weg vom Bargeld und hin zur Kartenzahlung. Zudem zeigen Untersuchungen, dass die Attraktivität eines Unternehmens ggü. Konsumenten durch Innovationsfreudigkeit, wie z.B. das Anbieten neuer Zahlmethoden, positiv beeinflusst werden. Da traditionelle Kartenzahlungsanbieter meist hohe monatliche Fixkosten, lange Vertragslaufzeiten und Mindestumsätze verlangen, waren kleine und mittelständische Unternehmer von dieser Entwicklung bisher ausgeschlossen. Mit payleven können Unternehmer nun ihre Umsätze und ihre Kundenzufriedenheit steigern. Dabei versteht sich payleven als ganzheitliche Lösung die über die reine Zahlung hinaus eine Reihe zusätzlicher Funktionen für Unternehmer bereitstellt.

  1. Mobile-Payment-Lösungen gibt es mittlerweile viele. Was ist Euer USP und warum glaubt Ihr, dass Ihr Euch am Markt behaupten könnt (gegen PayPal & Co.)?

KW: Wir sind Technologieführer und haben z.B. als erster Anbieter den Chip & PIN Kartenleser europaweit in den Markt gebracht. So haben wir maßgeblich dazu beigetragen, die Technologie als Marktstandard zu etablieren. Neben einem guten Produkt bieten wir unseren Kunden eine Vielzahl zusätzlicher Funktionen, wie bspw. eine Echtzeit-Übersicht aller Verkäufe oder die Verwaltung individueller Mitarbeiterkonten. Hinzu kommt unser Premium-Kundenservice der per Telefon, E-Mail oder Chat erreichbar ist.

  1. Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell?

KW: payleven bietet seinen Kunden einen flexiblen, mobilen und insbesondere sicheren Bezahlservice. Hinzu kommt, dass Bezahlvorgänge transparent und fair abgewickelt werden. Für jeden Bezahlvorgang verlangen wir eine Transaktionsgebühr. Diese wird nur gezahlt, wenn der Kunde unser Gerät auch wirklich nutzt. Damit gehen wir auf die Bedürfnisse kleinerer Unternehmen ein, für die ein herkömmliches Terminal zu teuer wäre. Pro Transaktion zahlen unsere Kunden einen geringen Prozentsatz des Betrags als Gebühr. Dieser variiert je nach verwendeter Karte.

 

 

  1. Wie funktioniert das Bezahlen bei Euch aus Kundensicht?

KW: Die Zahlung mit dem Chip & PIN Kartenleser funktioniert ähnlich wie eine klassische Lösung. Nachdem der Kunde seinen Einkauf beendet hat, begibt er sich zur Kasse. Dort steckt er seine Karte in den Kartenleser und bestätigt den Kaufpreis durch die Eingabe seiner PIN.

  1. Wie funktioniert das Bezahlen bei Euch aus Händlersicht?

KW: Der Händler benötigt für den Bezahlvorgang die kostenlose payleven App auf seinem Smartphone oder Tablet, die sich über eine Bluetooth-Verbindung mit dem Chip & PIN Kartenleser verbindet. Innerhalb der App kann der Händler dann die verschiedenen Produkte auswählen oder den jeweiligen Warenwert eingeben. Im Anschluss an die PIN-Eingabe auf dem Kartenleser kann der Händler einen Beleg per E-Mail versenden oder optional über einen mobilen Drucker ausdrucken.

 

  1. Was muss ich als Händler tun, um bei Euch mitmachen zu können, welche technischen Voraussetzungen sind notwendig und welches KnowHow und welche Kosten fallen an?

KW: Händler benötigen ein Smartphone oder Tablet mit Android oder iOS für die kostenlose payleven App und eine Internetverbindung. Außerdem muss der Chip & PIN Kartenleser über die payleven Webseite oder im Handel (z.B. bei Apple, Media Markt oder Staples) erworben werden. Den Kartenleser bieten wir für einmalig 79 € an. Über die payleven Webseite registriert man sich dann. Nach Abschluss der Registrierung und einer Überprüfung aller Daten können innerhalb weniger Tage Kartenzahlungen angenommen werden.

 

  1. Wie bringt Ihr Payleven unter die Händler, d.h. wie sieht Eure Vermarktungs-Strategie aus?

KW: Wir haben uns in unserem zweijährigen Bestehen ein umfangreiches Partnernetzwerk in all unseren Märkten aufgebaut um den Zugang zur mobilen Kartenzahlung so einfach wie möglich zu gestalten. In Deutschland arbeiten wir zum Beispiel mit starken Marken wie Apple, Conrad, Media Markt und auch Staples zusammen. In Italien sind PosteItaliane und die Telecom Italia weitere Partner, die unsere Lösung wiederum Ihren Geschäftskunden anbieten.

 

  1. Wo seht Ihr Payleven in einem Jahr?

KW: In einem Jahr hat payleven seine Position als Marktführer gefestigt und weiter ausgebaut. Unsere Kunden können Kartenzahlungen sicher, mobil und günstig akzeptieren. Gleichzeitig haben Unternehmer auch die Möglichkeit, neben einer Reihe anderer neuer Features, über unseren bereits angekündigten NFC-Kartenleser vollständig kontaktlose Bezahlvorgänge anzunehmen.

 

– Danke Konstantin Wolff für das Interview!

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Amazon’s Local-Commerce-StartUp

Neben amazon local – einem Marktplatz für Deals lokaler Restaurants, Unterhaltung und Dienstleistungen – welcher im direkten Wettbewerb zu Yelp und Groupon & Co. steht, will amazon jetzt mit seinem neuen StartUp das Thema Local-Commerce mit Produkten und Services für die „reale Welt“ in Richtung lokalen Handel für Käufer und Verkäufer sehr intensiv aufbauen. Hierfür sollen zahlreiche neue und innovative Produkte und Services entwickelt werden. Hierfür wird jetzt ein großes Team aufgebaut.

Screenshot amazon - local

Screenshot amazon-local

Amazon Local iPad-App

Amazon Local iPad-App

Die jüngsten Entwicklungen machen Amazon’s Strategie sehr deutlich, sich von seiner bisherigen reinen e-commerce-Strategie zu lösen und sich hin zu einem breiten „commerce Anbieter“ für virtuellen und realen Handel im allgemeinen weiterzuentwickeln:
„The Amazon Local Commerce team is charged with extending Amazon’s value proposition (price, selection, and convenience) from e-commerce to commerce in general. We are building products and services which will delight billions of customers as they buy and sell things in the real world (as opposed to online)“
.

Im Fokus stehen bei amazon Local-Commerce sehr innovative Anwendungen, native Mobile-App Lösungen für Smartphones und Tablets – aber ebenso auch webbasierte Produkte und Services. Auch die neuen Produkte, wie das Firephone, amazon-dash oder die Beantragung der Drohnen-Lizenz sind ein Indiz dafür, die virtuelle und physische Welt auch im Bereich Local-Commerce miteinander zu vernetzen.
Bislang wurde amazon vom stationären Handel immer aus böser Feind gesehen und als Killer des Einzelhandels und der Innenstädte „verteufelt“, da es mit seinem Online-Business Umsatz aus dem lokalen Handel abzieht. Die strategische Weiterentwicklung des Marktplatzes sowie Produkten und Services in die „reale Welt“ hingegen könnte einen Beitrag dazu leisten, dem stationären Handel das Überleben zu sichern.

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Webinar Auswahl von Shop-Systemen und Agenturen

Die Qual der Wahl…
Es gibt eine Vielzahl von Shop-Systemen und Agenturen – wie aber wähle ich das richtige System und die richtige Agentur aus?
Wie kann die Entscheidung quantifizierbar gemacht werden?

Seit über 15 Jahren ist Hagen Fisbeck im professionellen eCommerce tätig.

In dieser Zeit hat er für die unterschiedlichsten eCommerce-Geschäftsmodelle System- und Agenturauswahlverfahren sowohl für kleine Händler und StartUps bis hin zu DAX-Konzernen durchgeführt.
So konnte ein enormer Schatz an Erfahrungswissen erworben werden, den Hagen Fisbeck nun gerne mit Webinaren weitergeben möchte.

Das Webinar zum Thema der Auswahl des richtigen Shop-Systems und der richtigen Agentur findet am 1.7.2014 in der Zeit von 10:00 – 12:00Uhr statt und kann entweder auf der Veranstaltungsseite bei amiando oder direkt hier gebucht werden:

Seminar – Online Event Management mit der Ticketing-Lösung von XING EVENTS

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Das Problem mit den lokalen Marktplätzen aus Händler-Sicht

Helfen lokale Online-Marktplätze dem stationären Handel wirklich?

Mittlerweile sprießen mit großem Kapital ausgestattete Konzepte bzw. Marktplätze wie SimplyLocal (vormals MyX-Place) oder LocaFox aus dem Boden, die versuchen, das lokal verfügbare Sortiment online abzubilden und zudem über Liefer-Services die stationären Händler auch zu Online-Händlern zu machen.

Auf den ersten Blick und sicher auch aus einfacher Kundensicht liegt es sicher auf der Hand, dass der stationäre Handel davon profitieren kann, wenn er sein Sortiment online abbildet, damit man sich als Kunde vorab informieren kann, was die lokalen Händler so bieten oder ob ein gesuchtes Produkt auch in der Nähe verfügbar ist. Soweit so gut und soweit die Theorie.

Das ganze stellt sich jedoch leider nicht ganz so einfach dar, wie es auf den ersten Blick scheint…

In diesem Beitrag will ich dieses Thema daher etwas tiefgründiger beleuchten und auch ein paar Probleme und Gefahren aufdecken, die sich hierbei zwangsläufig ergeben.

Ausgangslage:

  • Der stationäre Handel verliert immer mehr Umsatz an den Online-Handel.
  • Existenzbedrohung für stationäre Händler und aussterbende Innenstädte. 
Ein wenig Statistik zum Thema Online/Offline-Shopping:
  • 60 Prozent der stationären Einkäufe werden 
online  vorbereitet (ECC 2013).
  • 75 Prozent der Konsumenten suchen im 
Internet nach lokalen Anbietern (GFK 2012).
  • 97 Prozent der Konsumenten holen online 
Infos zu lokalen Unternehmen ein (Google 2012).
  • 80% der Kaufentscheidungen entstehen unterbewußt
und emotional.
  • 76% der Frauen lieben es im Bereich Fashion 
stationär einzukaufen und 72% möchten in den 
Geschäften Neuigkeiten entdecken (swirl 2013).
  • 60 Prozent der Verbraucher legen Wert darauf, sich vor einem Kauf gezielt mobil informieren zu können  –  egal ob zu Hause oder im Café (eBay 2012).
  • 80 Prozent des Einkommens werden im Umkreis von 
8 km von zu Hause ausgegeben (Google 2012)

statistik

Aktuelles Problem für die Händler: 
Sie erreichen nur die Menschen, die (zufällig) vor Ort sind.
Aktuelles Problem für die Kunden: 
Kunden wissen nicht, was die Geschäfte in der Nähe aktuell bieten.
 Die Kunden können sich derzeit nur vor Ort und während der Öffnungszeiten informieren, wohingegen ein Online-Händler immer da ist.

Es existiert somit ein Informationsdefizit über stationäre Angebote:
Informationsbeschaffung derzeit: 
Zeitaufwändiges Aufsuchen von Geschäften – während der Öffnungszeiten.
Problem: 
Nur zufälliges Auffinden von (neuen) Geschäften, Angeboten und Produkten 
sowie örtliche und zeitliche Beschränkung.

Vom Online-Handel her gedacht, liegt eine simple Strategie liegt auf der Hand. Man baut einen Marktplatz in den wie bei amazon&Co. alle Sortimente der Händler hineingekippt werden, um auch den LongTail abdecken zu können – nur eben in diesem Fall die Sortimente der stationären Händler. Man stellt also neben Amazon eine ebenfalls produktorientierte Plattform daneben mit dem einzigen Unterschied, dass die angezeigten Produkte in der Nähe verfügbar sind und man sich die evtl. auch durch Logistik-Partner etc. (noch) etwas schneller liefern lassen kann. Vielleicht bekommt der Händler dann auch analog der Händlerseiten bei  Amazon&Co. die Möglichkeit der „Selbstdarstellung“ des eigenen Ladens sowie die Darstellungsmöglichkeit der Kompetenzen.

Soweit die naheliegende Strategie.
Gehen wir mal einen Schritt weiter in die Praxis bzw. Operationalisierbarkeit und blicken wir einmal auf die Situation im stationären Handel.

Die aktuelle Situation im stationären Handel:

Der stationäre Handel nutzt die Vorteile und Chancen des Internets noch nicht.
Limitierende Faktoren: Technische Ausstattung, KnowHow, Zeit, Aufwand, Geld, Bestandswahrung,…
-> keine oder nur rudimentäre technische Ausstattung, Warenwirtschaft ohne PIM,…
-> Aufwändige Bedienbarkeit bisheriger Systeme
-> Zeitaufwand für Pflege

-> fehlender Content und Produktinformationen
-> eCommerce ist ein vollkommen eigenes Geschäftsmodell (fachlich, inhaltlich und rechtlich)
-> Entwicklungs-, Betriebs- und Vermarktungsaufwand
-> Berührungsängste mit Neuerungen und neuen Technologien
-> Bestandswahrungsproblematik (nicht die nötige offenheit gegenüber Neuerungen).
Nur ein Bruchteil der Händler ist in der Lage, die heutigen technischen Möglichkeiten für sich einzusetzen.
Das (technische) Kompetenzniveau und die Möglichkeiten im lokalen Handel klaffen mit den Kundenerwartungen immer weiter auseinander.

1. Problem Kompetenzniveau im stationären Handel:

Kompetenzniveau

Wie die graue Fläche in der Grafik zeigen soll, nimmt die Anzahl der Händler die über die jeweiligen Internet-Kompetenzen verfügen mit steigendem Internet-Kompetenzniveau deutlich ab. Kompetenz ist hier gemeint im Sinne von KnowHow aber auch im Hinblick auf Ressourcen (Personal) und technischer- und monetärer- Möglichkeiten.

Das Gros der Fachhändler ist somit weder technisch, noch monetär und geschweige denn zeitlich dazu in der Lage, einen entsprechenden Marktplatz zu pflegen, Verfügbarkeiten und Preise online zu bringen und quasi in Echtzeit aktuell zu halten. Egal ob über Schnittstelle oder manuell via CMS. Die meisten Händler müssten ihr Sortiment manuell pflegen, da ihre technische Ausstattung nichts anderes zulässt – nur wann soll er das tun und mit welchem Personal?

Ein normaler oder kleiner Fachhändler kann dies alles nicht einfach nebenbei leisten.
Selbst, wenn die Produktdaten durch die Plattform bereitgestellt werden sollten und alle Händler mit ihren Preisen dann zu dem Produkt aufgelistet werden würden, wird das Problem für den Händler auch nicht viel besser.
Demzufolge werden nur Ketten dazu in der Lage sein, diese Anforderungen dauerhaft und mit entsprechendem Ressourceneinsatz erfüllen zu können. Folglich werden die kleineren Händler nicht erscheinen und somit noch weiter an Relevanz für die Kunden verlieren.

2. Die Produktorientierung:
Ein weiterer gravierender Nachteil aus Sicht der Händler (aber auch für Kunden) ist die Produkt und Transaktionsorientierung solcher Plattformen:
Das Produkt steht im Vordergrund und nicht der Händler. Der Händler wird somit beliebig und austauschbar gemacht.
Seine Serviceleistungen und Kompetenzen treten komplett in den Hintergrund, denn es wird nach einem Produkt gesucht und es wird dann angezeigt, wo es zu bekommen ist und zu welchem Preis. Welche Kompetenz der Händler hat, welche Zusatzservices der jeweilige Händler um das Produkt herum bietet, etc tritt in den Hintergrund. Da der Kunde bei dieser Form von Plattformen bereits wissen muss, was er sucht, ist er folglich bereits informiert – andere und vielleicht bessere Produkte sind für ihn ein blinder Fleck, da er diese bzw. die Alternativen evtl. gar nicht kennt. Er ist blind auf der Suche nach diesem einen Produkt. Zudem wird es schwierig, auf Neuheiten (die der Kunde vielleicht noch gar nicht kennt und wonach er folglich gar nicht sucht) aufmerksam zu machen – aber auch auf Aktionen und weiterer Angebote im Laden.
Wenn jedoch die Fachkompetenz in den Hintergrund rückt, dann wird sie auf diesen produktorientierten Plattformen auch nur schwer zu einem differenzierenden Faktor. Das Bildungs- und Ausbildungsniveau sowie KnowHow werden weiter runter gefahren. Der Händler wird zu einem reinen Schubladenschieber bzw. mit dem Delivery-Service zu „Pickern“ und „Packern“ degradiert – und verliert dabei sicher auch die Freude an seinem Job…
Qualifikation und Kompetenz werden unwichtig, die Freude am Verkaufen, der persönliche Kontakt, die Gespräche und die Beratung schwinden – sparen, Kosteneffizienz und somit Gehaltsdruck etc. stehen im Mittelpunkt, um möglichst günstige und im Online-Wettbewerb stehende Preise halten zu können.
Kaufsituationen1
Das Konzept der gezielten Produktsuche und Transaktionsorientierung ist zudem das Terrain des eCommerce. Hier haben die reinen Online-Händler ihre Stärken. Hier haben die großen Versandhändler bzw. Pureplayer die Nase vorn. Wenn ich eh schon als Kunde online bestellen kann (sofern Lieferservice des lokalen Händlers mit angeboten wird), dann kann ich es auch direkt beim reinen Online-Händler. Die Kunden werden noch stärker zum online bestellen erzogen. Nicht rein produktorientierte Plattformen für lokale Händler, wie @myStore gehen hier einen anderen Weg und stellen den Händler mit seinen Kompetenzen und nicht ein bestimmtes Produkt in den Mittelpunkt.

3. Der Preis rückt in den Mittelpunkt:
Die Händler, die das gesuchte Produkt haben, können sich quasi nur durch den Preis (und vielleicht Userbewertungen oder Service-Icons etc.) differenzieren. Stehen aber dennoch hier im direkten Wettbewerb zu reinen Online-Händlern mit einer ganz anderen Kostenstruktur. Hier werden im Wesentlichen nur Ketten eine Chance, dauerhaft mitzuhalten.

4. Existenzbedrohende schrumpfende Umsätze:
Mit der Preisfokussierung steht auch der Punkt der schrumpfenden Umsätzen im Zusammenhang.
Die für stationäre Händler notwendigen Zusatzverkäufe und Impulskäufe bleiben aus, da der Kunde ja nur gezielt das Produkt findet bzw. kauft, welches er gesucht hat. Er wird nicht durch weitere Produkte des Händlers inspiriert. Folglich sinkt der durchschnittliche Warenkorb in Menge und Wert. Umsatz wird quasi nur mit den günstig kalkulierten Produkten gemacht. Also mit Produkten mit Margenproblem. Die Mischkalkulation geht immer weniger auf. Dieses 1-Produkt-Kauf-Problem haben reine Online-Shops nicht in diesem Ausmaß, da sie ja über die Warenkorb- und weiterer Shop-Funktionalitäten mehrere Produktverkäufe für den Online-Shop in einer Bestellung generieren können.

5. Warenhandlingsituation bei Lieferservice.
Der stationäre Händler steht beim Thema Lieferservice auf einmal ganz neuen Herausforderungen gegenüber, die er nebenbei erledigen muß. Neben Drucken von Rechnung und Lieferschein, verpacken und versenden (mal das Thema des ständigen Logistik-Dienstleisterverkehrs in den Innenstädten, um schnelle Lieferzeiten in bspw. 60 Min. zu ermöglichen abgesehen) kommt auch das Thema des Retourenhandling und Rückerstattung des Geldes auf demselben Weg der Bezahlung auf den Händler zu. Kommt die Ware zurück, dann muss die Ware u.a. auch geprüft und ggf. aufbereitet werden. Gerade vor dem Hintergrund der Betrugssituationen ist hier besondere Aufmerksamkeit geboten (z.B. Umetikettierung von Speicherkarten, Entfernung von Komponenten aus einem PC, „Zalando-Party“-Problematik,…). Der Händler muss bspw. ein komplettes Retouren-Management-KnowHow aufbauen, um hier nur beispielhaft einen kleinen Teilaspekt zu nennen.

6. Rechtliche Situation:
Mit dem vorgenannten Punkt geht das ganze Thema der rechtlichen Situation einher, die vollkommenes Neuland für die stationären Händler darstellt. Telemediengesetz, Fernabsatzgesetz, Wettbewerbsrecht, Widerrufsrecht, etc.
Selbst eine online getätigte Reservierung (nicht Bestellung) unterliegt diesen Vorschriften. Auch hier mache ich nur mal ein einfaches Beispiel. Ein Kunde bestellt via SmartPhone einen Fotoapparat bei einem Fachhändler. Der Fachhändler muß hier nicht nur seine eigenen AGBs und Service-Informationen sowie Garantiebestimmungen, Batterieverordnung,… etc. vorhalten, sondern – da das Smartphone diese AGBs nicht speichern kann, müssen diese auch in der Bestellbestätigungsmail mitgesendet werden (Fernabsatzgesetz). Sowohl Händler als auch Käufer müssen bspw. in einem Garantiefall wissen, welche AGBs zum Zeitpunkt des Kaufes gegolten haben. Dies kann und muss natürlich in vielen Bereichen auch die Plattform leisten. Dies bedeutet aber zusätzliche und nicht zu unterschätzende Komplexität für den kleinen Fachhändler.

7. Verfügbarkeits-Problem
In diesem rechtlichen Zusammenhang ist sicher auch auch das Verfügbarkeits-Problem zu sehen: Denn es gibt für einen stationären Händler keine Echtzeit-Verfügbarkeit, die er online kommunizieren kann, da ein Kunde im Laden ein online als verfügbar angezeigtes Produkt bereits in der Hand haben kann (anders als im Online-Handel, der Warenkorb den Bestand runter zählt und wo durch Picken durch den Mitarbeiter der Bestand reduziert wird). So entsteht in dem Mischmodell stationär/online die Frage: Wer bekommt das Produkt? Derjenige, der online bestellt und bezahlt hat, oder der Kunde im Laden? Eine Bestandsreservierung für den Marktplatz kann sich kein kleiner Händler leisten. Ohne direkte technische Anbindung an die Kasse müsste zudem nach jedem Verkauf der letzten Artikelposition SOFORT – quasi in Echtzeit – die Verfügbarkeit angepasst werden, sofern es keine reservierte Bestände gibt, die das System für Anfragen aus dem Marktplatz heraus selbst herunter zählen kann. Dies ist ja bei Produktsuchmaschinen, die auf Online-Shops verlinken anders, da hier dann im nächsten Schritt der Online-Shop die tatsächliche Verfügbarkeit kennt und bei Marktplätzen gibt es von den Händlern reservierte Bestände für diese Marktplätze. Die rechtliche Brisanz dieses Themas ist jedem Online-Händler bestens bekannt.

8.Das Aussterben der Innenstädte wird forciert. 
Die Kunden werden mit dem delivery-service noch stärker dazu erzogen, Online-Käufe zu tätigen (und nicht mehr in die Stadt zu gehen, sorgt für leere Innenstädte) und es wird Ihnen dabei sogar suggeriert, dass sie damit dem lokalen Handel etwas gutes tun. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die Lage und qualifiziertes Verkaufspersonal rücken in den Hintergrund. Denn nur so kann der Händler im Preiswettbewerb auf dem Marktplatz (in zudem direkter Konkurrenz zum Online-Handel) mithalten. Und wenn u.a. durch die „Bestellfunktion“ und die Lage in den Hintergrund rückt und es quasi egal wird, wo der Händler seine Garage (das Ladengeschäft wird ja nicht mehr benötigt) hat. Das Aussterben der Innenstädte wird damit also in keinster Weise verhindert. Im Gegenteil – sogar forciert. Zudem werden die stationären Händler zu Online-Händlern erzogen. Dies alles stärkt jedoch letztendlich den Online-Handel und nicht den Offline-Handel. Denn auf diesem Gebiet haben dann die reinen und erfahrenen Pure-Player die deutlich besseren Karten.

9. Stärkung der reinen Online-Marktplätze: 
Wenn die Händler ihre Prozesse sowieso auf Online umstellen, dann können sie auch gleich auf den reinen Online-Marktplätzen wie Amazon & Co. verkaufen, um damit die Beschränkung der lokalen Reichweite aufzuheben, die ja dann auch gar nicht mehr nötig ist.

usw…

Dieser Beitrag umfasst sicherlich nicht alle Aspekte der Probleme und Herausforderungen, die durch lokale Marktplätze für den stationären Handel und die Innenstädte entstehen. Er gibt aber sicherlich einen ersten Einblick in die Thematik, die sich in der Praxis deutlich komplexer, facettenreicher und komplizierter darstellt, als es zunächst den Eindruck machen könnte.

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Auch barcoo setzt auf iBeacon-Technologie – Händler profitieren von der großen Verbreitung der App

Auch barcoo kommt mit einer iBeacon-Lösung für stationäre Händler und könnte mit seiner großen Reichweite für eine erfolgreiche weite Verbreitung sorgen. Laut barcoo ist die Verbraucher-App bereits auf jedem dritten Smartphone installiert und fast jedes Smartphone nach 2012 unterstützt die iBeacon-Technologie. Erster Partner ist der Mymuesli-Store in München.

Durch die Barcoo-Beacons erhalten Verbraucher, die die Barcoo-App installiert oder ihre eigene App um die barcoo-Beacon-Funktionalität erweitert haben, eine Benachrichtigung über besondere Angebote, wenn diese sich dem Barcoo-Beacon nähern.
Ferner kann der Service auch für die Kundenbindung eingesetzt werden. Bei wiederholten Besuchen des Geschäftes könnten die Kunden bspw. mit einem kleinen Geschenk belohnt werden, wodurch diese positiv überrascht werden, ohne selbst aktiv werden müssen.

Benjamin Thym, Gründer und Geschäftsführer von Barcoo, äußert sich wie folgt:

„Die Technologie und der Markt für iBeacons stehen noch ganz am Anfang. Wir wollen mit Barcoo Beacons kleinen und großen Einzelhändlern von vornherein einen einfachen Zugang dazu anbieten. Mit unserer großen Reichweite können wir für jede Filiale schon jetzt den Kontakt zu einer nennenswerten Anzahl von Konsumenten im Monat garantieren“.

Derzeit werden allerdings nur iPhones mit iOS7 unterstützt. Für Android-Nutzer soll der Service demnächst aber ebenfalls verfügbar sein.

Folgendes Video zeigt den Einsatz der barcoo-Beacons:

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iBeacon-Umfrage zu möglichen Einsatzgebieten

Das Thema iBeacon erfreut sich immer stärkerer Beliebtheit und wird jetzt auch erstmals auf einer Messe – der CeBIT – einem breiten Publikum in Deutschland bestimmte kontextbezogene Services direkt auf dem Smartphone des Besuchers bereitstellen.

Wir haben jetzt eine Umfrage gestartet, um sinnvolle Anwendungsfelder der iBeacon-Technologie zu identifizieren und bitten daher um Ihre Teilnahme:

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Yapital führt kontaktloses mobile Payment mittels Beacon ein

Vor kurzem haben wir hier die Frage gestellt, welche mobilen Payment-Anbieter sich neben Apple, PayPal, Google und Amazon noch im Markt durchsetzen und behaupten können. Die Otto-Tochter Yapital hat mittlerweile recht gute Chancen, sich seinen Platz in Deutschland und Europa zu sichern. Neben der Ausweitung der Akzeptanz und dem Vorteil, dass es ein europäischer und nicht amerikanischer Payment-Anbieter ist (gerade vor dem Hintergrund der durch die NSA-Affäre gestiegenen Sensibilität bzgl. der Daten bei vielen Verbrauchern) zeigt sich Yapital sehr innovativ und kooperiert mit POSPartner, einem Spezialisten für Kassensysteme und elektronischem Zahlungsverkehr, um mobiles kontaktloses Bezahlen mittels iBeacon zu ermöglichen. Im Oktober zeigte PayPal zwar bereits ihr Konzept des Bezahlens via iBeacon. Das Ausrollen in der Praxis scheint jedoch noch auf sich warten zu lassen. Durch die Kooperation mit POSPartner könnte Yapital hier PayPal in der Markteinführung einen Schritt voraus zu sein, denn die Lösung soll noch im ersten Halbjahr bei den Handelspartnern eingeführt werden.
Der Yapital-Vorstandsvorsitzende Nils Winkler sagt: „Wichtig war für uns dabei, dass dies bei allen unseren Handelspartnern einfach einzusetzen ist und die Bedienung für den Nutzer so bleibt, wie er es gewohnt ist“.
Die Bluetooth Low Energy (BLE) Technologie, die bei iBeacons zum Einsatz kommt, bietet deutliche Vorteile gegenüber NFC und wird sich wohl im Consumer-Bereich durchsetzen. Davon ist auch POSPartner-CEO Peter Reich überzeugt: „Es kristallisiert sich derzeit sehr schnell heraus, dass BLE die Nahfeldkommunikation der Zukunft ist – ganz besonders im Payment-Markt”.
Yapital und POSPartner stellen Ihre Lösung auf der morgen beginnenden EuroShop-Messe in Düsseldorf vor, von der wir in den nächsten Tagen auch berichten werden.

Update vom 18.2.2014:

Quelle: Youtube.com

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Wir konnten uns das Beacon-Payment von Yapital und POS-Partner auf der EuroShop-Messe live ansehen. Obwohl der Ansatz sicher interessant ist, kam beim Betrachten der Umsetzung leider etwas Ernüchterung auf, da das kontaktlose Bezahlen bspw. beim Verlassen des Geschäftes mit der umgesetzten Lösung nicht praktizierter ist. Der Vorteil liegt jedoch in einer recht einfachen Implementierbarkeit beim Händler sowie der nicht benötigten Internetverbindung beim Käufer.
Die aktuelle Lösung gestaltet sich wie folgt. Nach dem der Kunde an der Kasse zum bezahlen aufgefordert wurde (also Anstehen muss man weiterhin 😉 ) und dem Kassierer als Zahlungsart Yapital genannt hat, wird ein QR-Code mit den zu bestätigen Beträgen generiert und auf dem Display des POSPartner-Terminals angezeigt. Dieser muss vom User mit der Yapital-App eingescannt werden. Durch das Bestätigen wird ein einmaliger Bestätigungscode erzeugt welcher via BLE-Technologie (diese hat hier im Prinzip eigentlich nichts mit der iBeacon-Technologie zu tun, sondern nutzt lediglich den BLE-Standard zur Übertragung) an einen BLE-Empfänger (z.B. einen kleinen BLE-USB-Empfänger für ein paar Euro bspw. von Conrad-Elektronik) an der Kasse übertragen wird. Die Kasse kommuniziert dann wiederum über das Internet mit dem Yapital-Server, wo dann die Autorisierung bestätigt wird. Es findet also hier ein bidirektionaler Dialog in beide Richtungen statt. Von mir befürchtete Sicherheitsbedenken, da evtl. sensible Daten via BLE übertragen werden, wurden von Seiten POSPartner ausgeschlossen, da nur eine Referenzierungs-ID vom User-Handy übertragen wird, also sogenannte triviale Daten. Inwieweit hier dennoch ein Abfangen oder eine Manipulation bei dem Funk-Dialog möglich sein könnten, da die Funk-Reichweite ca. 30m beträgt und somit jemand mit krimineller Energie sich nicht in unmittelbarer Nähe des Terminals aufhalten muss, kann ich leider mangels tiefgreifender technischer Kenntnisse hierzu nicht sagen, aber vielleicht ja ein Leser 😉

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Gettings und net mobile wollen Düsseldorf zur iBeacon-Hochburg machen

Das „Wettrennen“ um die iBeacon-Hauptstadt hat begonnen.
Es gibt kaum jemanden, der noch an dem Erfolg von iBeacon zweifelt und dass die iBeacon-Technologie die Art, wie wir unser mobiles Leben mit der realen Welt verknüpfen werden, deutlich verändern wird. Insbesondere der Handel hofft darauf, wobei die Erwartungshaltung sicher auch nicht überbewertet werden darf. Dennoch wird diese neue Technologie sicher sehr stark auch den lokalen Handel prägen – und das nicht erst in ferner Zukunft, sondern massiv bereits in diesem Jahr. Nach einer Hype-Welle wird es zunächst sicher wieder eine Delle geben, wo sich der Markt und die Anbieter neu sortieren und sondieren, bestimmte Anbieter und Themen sich konsolidieren usw. Jetzt stehen wir jedoch noch  am Anfang und es steht sicher außer Frage, dass die Marktverteilung bereits auf Hochdruck läuft. Viele alte und neue Unternehmen versuchen gerade ihr Terrain abzustecken und es beginnt bereits der erste Wettbewerb.

Quelle: www.duesseldorf.de

Quelle: www.duesseldorf.de

Gettings und net mobile wollen Düsseldorf  zur iBeacon-Hauptstadt machen.
Dem Thema Mobile widmet die Stadt Düsseldorf bereits schon länger eine eigene größere Rubrik auf deren Homepage, da Düsseldorf mit den Netzbetreibern E-Plus und Vodafone Deutschland mittlerweile zur zentralen Schaltstelle für den deutschen Mobilfunk geworden ist. Wegweisende Branchenthemen wie das MVNO-Konzept, LTE-Pilotprojekte oder der Einsatz der RFID-Technologie wurden bereits von Düsseldorf aus initiiert und erfolgreich in den Markt eingeführt. Ferner sind mittlerweile über 1500 Firmen und zahlreiche StartUps aus der Branche dort ansässig.
Zu diesen Firmen gehören auch der Location-based-Service-Dienst Gettings und der Payment-Anbieter net mobile. Beide Unternehmen haben nun bezüglich iBeacon eine Kooperation gestartet und wollen 150 Geschäfte in der Düsseldorfer Innenstadt mit der Beacon-Technik ausstatten, um hierdurch die Effektivität der mobilen Werbe-Kampagnen zu steigern. Das Pilotprojekt soll im Juni dieses Jahres starten.

Gettings-Geschäftsführer Boris Lücke äußerte sich hierzu wie folgt:  „Die innovative Beacon-Technologie wird in den kommenden Jahren mehr als jede andere Entwicklung in diesem Segment Einfluss auf die Infrastruktur des stationären Handels haben”.

Aus meiner Sicht wird sicher das Thema „mobile Werbung“ über iBeacons künftig sicher eine wichtige Rolle spielen. Das Erfolgskonzept der iBeacon-Technologie im Handel sehe ich jedoch eher im Bereich contextualer mobiler lokaler Services, wo dem Kunden ein Mehrwert und Nutzen außerhalb von Punktesammeln und Schnäppchenjagen geboten wird.

 

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iBeacon bereits bei den ersten Deutschen Ketten im Einsatz!

Das ging diesmal extrem schnell – nur wenige Wochen nachdem das Thema iBeacon überhaupt erst in der Öffentlichkeit angekommen ist und auch wir hier über die Möglichkeiten für den Handel berichtet haben, legen bereits auch in Deutschland schon die Deutschen Ketten los, wie derhandel.de berichtet.

Entwicklung der Suchanfragen nach iBeacon bei Google in Deutschland. Quelle: Google-Trends

Entwicklung der Suchanfragen nach iBeacon bei Google in Deutschland. Quelle: Google-Trends

Das Besondere an dieser Meldung ist – im Vergleich zu anderen Innovationen und Neuerungen, die es i.d.R. ja eher schwer haben, auf Akzeptanz insbesondere bei hiesigen Ketten zu stoßen – dass die Händler dieses Thema einerseits sehr schnell aufgegriffen haben. Andererseits starten mit Hagebau, Halluber, Cineplex und Langnese Unternehmen, die nicht gerade als Vorreiter und early-Adopter bekannt sind, mit einem Pilotversuch für ein iBeacon basiertes Loyalty-Programm in Berlin und Hamburg. Dies ist für mich ein eindeutiges Indiz dafür, dass iBeacons und die dadurch möglich werdenden Local-Services sehr schnell die Handelslandschaft auch bei uns prägen werden. Der Vorteil gegenüber GPS- oder QR-Code-Basierten Systemen liegt ja auf der Hand, wodurch auch bei den Verbrauchern mit einer breiten Akzeptanz zu rechnen ist. Apple hatte sich ja hier sehr viele Gedanken dazu gemacht, wie die iBeacon-Technologie beim Endkunden nicht als nervige und störende Mitteilungsdienste wahrgenommen wird, sondern eher dezent im Hintergrund agiert (bspw. werden Meldungen nur angezeigt und man sieht diese nur, wenn man das Smartphone in der Hand hält. Ist man außerhalb der Bacon-Reichweite, dann verschwindet diese Meldung einfach wieder).
Alexander Oelling von Sensorberg brachte es auf den Punkt: Es handelt sich bei der iBeacon-Technologie nicht um ein aufdringliches Local-Marketing, sondern um Local-Services, welche die Nutzer gerne in Anspruch nehmen werden – bspw. wenn einem automatisch Informationen zu einem Produkt vor dem man steht angezeigt werden.

Umgesetzt werden diese Pilotprojekte durch das Axel-Springer-Ideas-StartUp „shopnow“.
Der Gründer und Geschäftsführer Oliver Diekmann äußerte sich gegenüber derhandel.de wie folgt:

„In rund 200 Filialen können die Kunden ab heute mit dem bloßen Besuch des Einzelhandelsgeschäfts Prämienpunkte sammeln. Dazu gehören neben den genannten Ketten auch eine ganze Reihe kleinerer Händler – etwa sechs Läden in der Hamburger HafenCity. Shopnow steht für eine neue Dimension der mobilen Kundenkommunikation, der digitalen Beratung im Geschäft und der langfristigen Kundenbindung. Wir sprechen gezielt die mobile Smartphone-Generation an, die digital denkt und handelt und trotzdem gerne durch die Stadt bummelt und Spaß am Einkaufen im stationären Handel hat.“

Das Loyaltyprogramm ist dem von Shopkick in den USA sehr ähnlich und basiert auf einem Punktesammelsystem. Dem Kunden werden automatisch beim Betreten einer dieser Filialen Punkte gutgeschrieben – sofern dieser die App von ShopNow installiert hat.
Scannen die Kunden die Barcodes von in der App speziell beworbenen Produkten, werden sie abermals mit Bonussternen belohnt, die gegen Prämien eingelöst werden können – Wertgutscheine der teilnehmenden Händler, Starbucks- oder iTunes-Gutscheine und ähnliches.
Die shopnow-App ist als offene Plattform angelegt, die über eine möglichst große Anzahl von Handelspartner attraktiv werden soll.

Payback & Co. bekommen somit massive Konkurrenz und es wird sicher nicht lange dauern, bis die bisherigen Loyality-Programm-Anbieter darauf reagieren. Für den Kunden wird es ein Stück einfacher. Nicht nur, dass man immer diese Karte dabei haben oder die Nummer dazu herauskamen muss. Hoffentlich haben dann auch die doch sehr aufdringlichen Nachfragen an der Kasse – „Haben Sie eine Payback-Karte?“ – ein Ende.

Neben ShopNow sind weitere StartUps in den Startlöchern. Das Hamburger-StartUp Yoints, die mit der Drogeriekette Budnikowsky vor kurzem gestartet sind und das wie ShopNow ebenfalls in Berlin ansässige Axel-Springer-StartUp bitplaces, die eine enge Kooperation mit dem GelbeSeiten-Verlag und der Telekom haben sind und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert werden.

Und auch das in Berlin ansässige StartUp sensorberg, die sich bereits seit August 2013 sehr intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Sensorberg liefert quasi das rundum Sorglos Paket, da diese auch die frei konfigurierbaren iBeacons und das Konfigurationstool dafür gleich mit anbieten.

Bei Bitplaces und Sensorberg ist das Besondere, dass die Inhalte über ein einfach zu bedienendes CMS gepflegt werden können und quasi jedes Unternehmen die iBeacons mit den dahinterliegenden Inhalten sehr einfach in bestehenden Apps integrieren lässt. Bitplaces positioniert sich jedoch als Anbieter von Geofancing für „Mobiles Performance Marketing, wohingegen sensorberg das Thema Local-Services (und nicht Local Marketing) in den Vordergrund stellt.

Auf der gestrigen LocalWebConference in Nürnberg gab der sensorberg-Gründer Alexander Oelling eine kurze und einfache Einführung in das Thema iBeacon:

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Der sterbende Stationär- und Online-Handel – Zwei Seiten derselben Medaille

In letzter Zeit wird vermehrt in eine Richtung polarisiert, dass der stationäre Handel  durch den Online-Handel stirbt. Dies geschieht jedoch auch online – nur dort ist es nicht so offensichtlich, wie bei den leerstehenden Ladenflächen in den Innenstädten. Auch online machen täglich zahlreiche Online-Shops dicht – wird jedoch aufgrund des anhaltenden Online-Hypes und -Wachstums nicht wirklich thematisiert. Die Ursachen sind aus meiner Sicht vielschichtig und lassen sich nicht auf die banale Aussage, dass der Online-Handel den stationären Handel kaputt macht, zurückführen – wobei der Online-Handel sicher ein wesentlicher Teil einer generellen Strukturveränderung des Handels ist – aber auch selbst davon betroffen ist.

Die Argumentation, dass der Online-Handel den stationären Einzelhandel verdrängt bzw. kannibalisiert, greift m.E. etwas zu kurz. Zu beobachten sind ja beide Effekte – ROPO in beide Richtungen, d.h. sowohl „research online, purchase offline“ als auch „research offline, purchase online“ – d.h. bei manchen Kunden bzw. Sortimenten fungieren Online-Shops als Show-Rooms für den stationären Handel, bei anderen Kunden bzw. Sortimenten ist es umgekehrt.
Vielmehr erleben wir eine Veränderung der Handelsstrukturen auf beiden Seiten. Wenige Anbieter konzentrieren den Hauptumsatz auf sich – sowohl im Online– als auch im Offline-Handel.

Tendenz zu Monostrukturen – offline wie online
Aus meiner Sicht haben wir es folglich mit einem Verlust bzw. Sterben des einfachen bzw. „trivialen“ (kleinen) Einzelhandels zu tun, also Einzelhändlern, die sich nicht durch eine herausragende Spezialisierung und Fachkompetenz am Markt behaupten können, sondern somit als austauschbar gelten – wo man also an jeder Ecke (oder jedem Online-Shop) das gleiche kaufen kann. Die Sortimente dieser Einzelhändler mit den trivialen Sortimenten werden substituiert durch große Ketten bzw. Player – sowohl online, als auch offline. Dass also durch den eCommerce der stationäre Handel stirbt und jeder Händler sein Heil im eCommerce suchen soll ist folglich aus meiner Sicht zu oberflächlich argumentiert und sogar gefährlich.
Große Ketten/Player dominieren – online, wie offline. Starke Handelsmarken sind in beiden „Kanälen“ erfolgreich – Egal ob Esprit, H&M oder Zara, etc. und können neben Amazon und Zalando bestehen. Auch große neue Konzepte können in „beiden Welten“ neu entstehen, ob online Zalando oder offline Primark, Hollister oder Apple mit seinen Stores.

Zu beobachten ist, dass eine Konzentration und Substitution des Offline-Handels (am Beispiel des Zalando-Erfolgs) dann erfolgreich sein kann, wenn es sich einerseits um einfache (triviale) Produkte handelt und der Markt sehr zersplittert ist, d.h. es viele kleine Händler gibt. Ein Online-home24 wird sich daher auch schwer tun, ein Offline-IKEA substituieren zu wollen.

Die Informationsgesellschaft tut ihr Übriges
Hinzu kommt, dass wir durch das Internet im Allgemeinen und die Informationsgesellschaft im Speziellen einen anderen Wissens- und Informationsstand haben – und auch auf Seiten der Händler erwarten, als es noch vor einigen Jahren der Fall war.

Triviale Produkte vs. nichttriviale Produkte
Unkomplizierte bzw. leicht im Internet selbst recherchierbare bzw. durch relativ einfache und vergleichbare sowie technisch einfach darstellbare Produkteigenschaften ausgezeichnete Produkte sind die optimalen Ketten- und eCommerce-Sortimente, wohingegen beratungsintensive (nicht-triviale) Produkte, bei denen man sich umständlich die Informationen zusammensuchen muß, die auf persönlichem Vertrauen und Kompetenz sowie echtem Erfahrungswissen beruhen und sehr speziell sind – also nicht leicht durch technische Eigenschaften beschreib- und vergleichbar sind und eher informelles Wissen voraussetzen, sind hingegen die optimalen Sortimente für den Facheinzelhandel bzw. spezialisierten Online-Shop. Also Sortimente, bei denen man sich zwar in Ansätzen im Internet selbst informieren, aber nicht zur abschließenden Kaufentscheidung kommen kann. In diesen Sortimentsbereichen – die nötige Kompetenz der Mitarbeiter vorausgesetzt – haben auch Nicht-Ketten eine Überlebenschance – dies gilt im eCommerce genauso, wie im lokalen Handel. Je nichttrivialer die Produkte hingegen sind bzw. je mehr informelles Wissen für eine Kaufentscheidung benötigt wird, desto schwieriger ist es, dies online abzubilden.

Ob ein entsprechend spezialisierter lokaler Händler auch online erfolgreich sein kann, hängt zudem davon ab, ob es eine Spezialisierung ist, die es einerseits nicht in jeder Stadt gibt, die auch nicht leicht kopiert werden kann und die andererseits eine nationale oder globale Relevanz hat.

Das Sterben des durch leere Straßen bzw. leerstehende Ladenräume offensichtlich werdenden Einzelhandels (der sich allerdings nicht so sichtbar auch online vollzieht) ist aus meiner Sicht folglich nicht nur auf den Online-Handel zurückzuführen, sondern auf einen generellen Strukturwandel, der auf vielen anderen Faktoren, wie bspw. den gesellschaftlichen Wandel beruht. Auch Parallelen des „Aussterbens“ des stationären Handels zum Aussterben der Zeitungen sind aus meiner Sicht zu einfach, da ein Zeitungsartikel eine Informationsaufnahme ist, die der Mensch „offline“ wie „online“ genauso verarbeiten kann – dort spielen i.d.R. auch emotionalen Wirkungen, die offline anders wirken, als online – keine Rolle. Ein nichttriviales Produkt hingegen online anzusehen oder offline auszuprobieren sind demgegenüber zwei komplett unterschiedliche Welten.

Die Menschen sind heute online und mobil

Dies muß der Händler verstehen, d.h. er muß online bzw. insbesondere als lokaler Händler auch mobil auf sich aufmerksam machen, sodass die Menschen auch davon und von seinen aktuellen Angeboten erfahren. Zudem muß ihm bewußt sein, dass seine Kunden bereits sehr informiert sind, bevor sie ihn (online oder offline) aufsuchen. Trivialitäten in den Aussagen können daher eher verstörend wirken. Der Kunde muss sofort sehen, dass der Händler versteht, wovon er redet.

Zusammengefasst lässt sich festhalten:

  • Ein Sterben von „Händlern“ findet offline wie online statt.
  • Kleine Händler können nur durch ausgezeichnete Fachkompetenz mit spezifischen nicht einfach erlern- bzw. kopierbaren Wissen und entsprechenden Sortimenten überleben (nichttriviale Produkte).
  • triviale Produkte werden bei großen Playern online oder offline (Ketten) gekauft.
  • Der Händler muß das Internet und neue technische Möglichkeiten für sich nutzen (auch stationär und im Laden)
  • Online auf sich aufmerksam machen ist Pflicht – für lokale Händler zudem insbesondere auch lokal mobil und mit Services für mobile Endgeräte, wie Smartphones, Wearables, etc..

 

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Mobile-Payment: Paypal will mit Apple und amazon mischt jetzt auch mit

Kaum stellte ich vor 3 Tagen hier die Frage, wer neben Apple und Paypal im Mobile-Payment-Markt noch übrig bleibt und wie die Chancen für die Vielzahl weiterer Player im Markt stehen, schon machen Gerüchte über eine Zusammenarbeit von Apple und PayPal die Runde. PayPal möchte demnach ein Teil des Apple Mobile-Payment-Systems werden.
Fast zeitgleich wurde bekannt, dass amazon ein mobile-Payment-System für seinen Kindle entwickelt, wodurch bereits bis zum Sommer das Bezahlen in lokalen Geschäften über den Kindle möglich werden soll. Hier wird es amazon jedoch als Wettbewerber zum stationären Handel nicht so leicht haben, den Handel davon zu überzeugen, da es hier nicht nur um das Bezahlen, sondern insbesondere um Daten von Käufern und von Sortimenten geht, welche zum Sortimentsausbau, die eigene Stationär-Strategie und zur verbesserter Personalisierung der amazon-Plattform wichtige Informationen liefern könnte. Amazon ist sehr daran gelegen zu erfahren, welche Produkte bzw. Sortimente ein Kunde nicht bei amazon bzw. stationär kauft. Amazon will an die Daten des stationären Handels kommen – und dafür wird amazon den Händlern sicher sehr viele Zugeständnisse machen. Auch bei den Konditionen, die für die Händler häufig ein nicht zu unterschätzender Punkt sind.

Seltsamerweise ist es bei Google in Bezug auf das Thema Mobile-Payment aktuell recht ruhig geworden. Da Google jedoch zahlreiche andere Services für lokale Geschäfte weiter ausbaut, den stationären Handel als wichtigen Wachstumstreiber für sich sieht und ebenfalls ein sehr großes Interesse an Daten aus der „realen“ Welt hat, werden wir sicher bald auch von Google eine Lösung zum Mobile-Payment als Teil von Google-Wallet und Android präsentiert bekommen.

Um im Mobile-Payment-Markt neben den Großen Playern bestehen zu können, wird es für neue Anbieter mobiler-Bezahldienste sicher wichtig sein, sich zu spezialisieren und bspw. das Thema Vertrauen in den Mittelpunkt zu stellen. Denkbar wäre hier bspw. die Zusammenarbeit mit lokalen Banken – also der Volksbank oder Sparkasse „meines Vertrauens“.

 

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Mobile-Payment – Wer bleibt neben Apple und PayPal?

Nachdem sich innerhalb der letzten 3 Jahre sehr viele Anbieter auf den Markt des Mobile-Payment gewagt haben, scheint in diesem Jahr eine Art Konsolidierung stattzufinden. Bereits 2012 bin ich hier der Frage nachgegangen, wieviele Anbieter der Mobile-Payment-Markt verträgt.
Nicht zuletzt getrieben durch die bereits etablierten Anbieter, wie insbesondere PayPal, aber auch amazon Checkout und Google-Wallet darf man hier nicht unterschätzen – und nun scheint auch der schon länger erwarteten Einstieg von Apple in diesen Markt Realität zu werden.
Sowohl technisch als auch von der potentiellen Marktakzeptanz ist der Mobile-Payment-Markt jetzt so weit, dass Apple in Kombination mehrerer Verfahren und mit seinen rund 600 Mio. aktiven iTunes-Accounts mit hinterlegten Zahlungsarten den Markt ziemlich aufwirbeln könnte. Auch wenn otto noch versucht, sein Tochterunternehmen Yapital (noch immer Beta) in diesem Bereich zu etablieren, möchte ich an diese Stelle keine Prognose für den Erfolg oder Misserfolg abgeben. Fest steht aus meiner Sicht, dass es trotz weiterer großer Händler und Ketten, die Yapital als Zahlungsdienst mit einbinden, nicht einfach wird, in diesem durch Innovationen, Schnelligkeit, Kapitalintensität und technologischer Entwicklung geprägten Markt erfolgreich mitmischen zu können. Zumal Yapital hier an zwei Fronten kämpfen muß, d.h. Händler und Endkunden überzeugen muss, wohingegen bspw. PayPal und Apple bereits den Zugang zu einem oder beiden Teilen haben und bereits über breite und internationale Marktakzeptanz verfügen.

Insbesondere PayPal hat in den letzten zwei Jahren in diesem Umfeld enorm viel auf den Weg gebracht – Angefangen vom QR-Shopping bis hin zu den aktuellen Piloten des kontaktlosen Bezahlens durch Beacons.

index_itunes_giftcardsWie nun das WallStreetJournal herausgefunden haben will, plant Apple die Technologien iBeacon und Touch-ID für einfaches Bezahlen von physischen Produkten oder von Dienstleistungen einsetzen zu wollen. Durch das Potential von fast 600 Millionen iTunes-Nutzern mit hinterlegten gültigen Zahlungsarten könnte Apple mit einer neuen Bezahltechnologie das Payment-Segment schlagartig umkrempeln.

Dienste-Chef Eddy Cue soll sich bereits mit zahlreichen Vertretern anderer Unternehmen getroffen haben, um Apples Einstieg in den Markt der Zahlungsdienstleister zu besprechen.

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MyTaxi: Taxifahrer liefern ab Februar innerhalb einer Stunde

mytaxi_Delivery__DE__-_YouTubeNachdem My-Taxi seinen Lieferdienst von Produkten für stationäre Händler durch Taxifahrer zusammen mit MediaMarkt zunächst in Hamburg in einem Pilotprojekt getestet  hatte, ist jetzt laut WirtschaftsWoche die Ausweitung des Dienstes bundesweit geplant. Neben dem MediaMarkt ist jetzt auch die Schwesterfirma Saturn mit an Bord. Da dieser Dienst bereits auch schon in Österreich getestet wurde, ist noch in diesem Jahr ein internationaler Rollout geplant.

Hier der Werbespot:

Die Preise sollen mit DHL und UPS Expressdiensten vergleichbar sein, wobei die Händler die Kosten selbst festlegen können. Allerdings wird der Lieferdienst deutlich schneller als die Express-Paketdienste sein, da die Lieferung bereits innerhalb einer Stunde zugestellt werden soll.

Wie nun die Paketdienste mit Express-Service darauf reagieren werden, ist noch offen. Eine schnelle Lieferung durch Kurierdienste innerhalb weniger Stunden bietet  bereits Tiramizoo bundesweit mit seinem Kurierfahrer-Nezwerk und diversen Kooperationspartnern im Handel an. An Tiramizoo ist mittlerweile auch DPD beteiligt, um seinen Kunden eine tatgleiche Lieferung zu ermöglichen.

Die Daimler AG wird es freuen – sie sind sowohl an MyTaxi, als auch an Tiramizoo beteiligt.

 

 

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Was bedeutet Apples iBeacon-Technologie für den stationären Handel?

iBeacon war nur ein Wort von vielen auf einer Folie bei der Apple Developer-Konferenz im letzten Sommer – aber sie könnte auch für den stationären Handel aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeit eine wichtige Basistechnologie sein – und endlich den QR-Code ablösen 😉

iBeacon ist ein durch Apple eingeführter neuer Standard für mobile-Aktionen und Interaktionen, welche auf dem Bluetooth Standard (genauer dem Bluetooth Low Energy Standard – BLE) basiert und nicht nur von dem Apple Betriebssystem iOS, sondern auch von Android unterstützt wird.

iBeacon basiert auf einem Sender-Empfänger-Prinzip. Dazu werden kleine Sender (Beacons) als Signalgeber platziert, die Signale senden. Kommt ein Empfänger – z. B. ein Smartphone – in die Reichweite eines Senders, kann der Empfänger den einzelnen Sender und dessen Signalstärke identifizieren. Sind mehrere Beacons in Reichweite des Smartphones, lässt sich die Position des Empfängers im Raum errechnen. Auf diese Weise können beispielsweise abhängig vom Standort gezielt Informationen auf dem Smartphone angezeigt werden.

Das interessante an der Technologie ist, dass der Kunde nicht aktiv zuvor sein Smartphone aus der Tasche nehmen und eine App öffnen muss. Ist die entsprechende App installiert, so kann bspw. eine Nachricht als Push-Mitteilung gesendet werden und der Kunde kommt direkt von dieser zu der entsprechenden Information oder dem Angebot.

Quelle: Skillbyte.de

Quelle: Skillbyte.de

Die Anwendungsmöglichkeiten alleine im Handel sind somit sehr vielfältig und können zudem nicht nur den QR-Code bspw. aus den Geschäften verbannen, sondern ebenso dafür sorgen, dass die nur auf sehr kurze Distanz funktionierende NFC-Technologie noch vor der flächendeckenden Verbreitung in Deutschland an Relevanz verlieren könnte (es erklärt auch, warum Apple bislang auch nicht NFC unterstützen wollte und nicht wird).

Anwendungszenarien finden sich in der einfachen Indoor-Navigation (führe mich zu einem bestimmten Produkt, oder optimiere für mich den Laufweg für meinen Einkaufszettel, etc.), da ja die GPS-Navigation in Räumen versagt. Aber ebenso ist es möglich, Kundendatenbanken mit ortsbasierten Angeboten zu verbinden, d.h. der Händler generiert aus den im CRM-System gespeicherten Einkaufsgewohnheiten beispielsweise individuelle Rabatte, die dem Kunden erst im Laden oder beim Vorbeigehen an einem entsprechenden Regal angezeigt werden oder detaillierte Produktinformationen. Die Technologie kann ferner zum einfachen mobile Payment verwendet werden.

Quelle: estimote.com

Quelle: estimote.com

iBeacon ist eine relativ preisgünstige Technologie. Im Geschäft müssen lediglich die Bacons aufgebaut werden – in einem Café oder kleinen Laden reicht schon eine, große Supermärkte sicher mehrere. Das Entwicklerset von Estimote mit drei der funkenden Plastikschalen kostet bspw. nur 99 US-Dollar. Zudem benötigt man natürlich eine entsprechende App, welche der Kunde installiert haben muss.

Nachfolgendes Video zeigt sehr anschaulich die Funktionsweise von iBeacon:

Apple hat bereits in den USA seine 279 Stores mit der iBeacon-Technologie ausgestattet.

Beispiel von iBeacon Push-Benachrichtigung in den Apple-Stores

Beispiel von iBeacon Push-Benachrichtigung in den Apple-Stores (Quelle: IBN)

Auch Macy’s startete im November ein Pilotprojekt mit dem System Shopkick.

Den aktuell umfassendsten Schritt geht derzeit die US-Werbefirma InMarket. Diese hat Giant Eagle und Safeway-Geschäfte in den Städten Cleveland, Seattle und San Francisco mit der iBeacon-Technologie ausgestattet. Hier soll Werbung direkt auf die iPhones der Besucher gepusht werden. Die Kunden benötigen hierfür die App Checkpoints.

Gegenüber Apple Insider sagte der InMarket CEO Todd Dipaola: “iBeacon hat das Potenzial, die Einkaufserfahrungen der Kunden komplett zu verändern. Man stelle sich all die Vorteile von Online-Shopping vor, allerdings in echten Läden. Virtuelle Einkaufslisten mit Erinnerung, an die eigenen Vorlieben angepasste Gutscheine und eventuell sogar virtuelle Kassen. Wir beginnen gerade erst, die Möglichkeiten von iBeacon zu erfassen.”

Insgesamt sollen im ersten Schritt 150 Geschäfte die Technologie erhalten.
Dipaola erklärt auch die Vorteile gegenüber NFC: “Bei NFC muss der User sein Telefon aus der Tasche holen, einschalten, und gegen das Ziel halten, um die Technologie zu nutzen. iBeacons können einen User auch dann erreichen, wenn er das Telefon in der Tasche hat und sich irgendwo im Geschäft befindet. Somit können die Kunden sich innerhalb des Geschäftes völlig natürlich verhalten und die neuen Features wie die Shoppingliste nutzen.”

Neben der leichteren Nutzbarkeit für die Kunden bietet iBeacon auch Vorteile für die Geschäfte, da das System mit Apples Developer Program entwickelt werden kann und auch die Installation der Hardware aufgrund der kleinen Geräte sehr leicht ist.

In Deutschland hat sich u.a. Skillbyte diesem Thema angenommen.

Im Bereich des mobile Payments zeigte PayPal, wie das Bezahlen mittels dieser Technologie in Zukunft aussehen könnte – einfach automatisch beim Verlassen des Geschäfts.

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Visualisierung eines beispielhaften Einsatzes von iBeacon. Quelle: estimote.com

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Wenn der Lebensmittelladen das Essen druckt…

Noch steckt das Thema 3D-Druck in quasi allen Bereichen den Kinderschuhen – in einem mehr, in anderen weniger. Es gibt jedoch Bereiche, die schon weiter fortgeschritten sind, wie bspw. das Drucken von einfarbigen Kunststoff-Ersatzteilchen. Die derzeitigen Drucker sind jedoch meist noch etwas für „Nerds“, wobei insbesondere  Makerbot und 3D-Systems mit ihren nicht ganz so „anfälligen“ und für Tüftlerhände ausgerichtete erste Druckervarianten im Markt zu etablieren versuchen. Die Qualität der Drucke erinnert jedoch noch meist an die Anfänge der Nadel-, Tintentsrahl- oder Laserdrucker. Die Schnelligkeit der Entwicklung in den letzten Jahren, die Anzahl der Firmen auf Herstellerseite aber mittlerweile auch auf sehr kundennahen Produktionsstufen – sei es im Konsumgüterbereich oder aber auch die ersten großen Handelsketten, die sehr Endverbraucherorientiert diese Technologie qualitativ und nutzerfreundlich weiterentwickeln und erste Gehversuche für den Massenmarktkompatiblen Einsatz machen läßt erahnen, dass es hier keinen Weg mehr zurück geben wird und 3D-Druck in den nächsten Jahren weiter vorpreschen und an Relevanz gewinnen wird. Auch die Händler werden sich weiter verstärkt immer mehr diesem Bereich widmen.
Eine der neuesten Meldungen im Bereich Nahrungsmittel-Druck kommt von Barilla. Ein Unternehmen, das nicht gerade für technische Spielereien bekannt ist, sondern eher dafür, sehr bodenständig und Endverbraucher- und Massenmarktorientiert zu denken. Wenn sich also eine derart bekannte Lebensmittelmarke mit diesem Thema beschäftigt, dann gehört diesem Thema eine besondere Aufmerksamkeit – nicht nur aus dem Grund, dass es eine bekannte Marke ist – dies ist Nike auch, die ja 3D-Druck bei einem speziellen Schuhmodell bei der Produktion in den eigenen Fabriken einsetzen – sondern weil sie einerseits als weltgrößter Nudelhersteller die „Macht“ haben und den Zugang zum Handel, um dieses Thema sehr breit auszurollen. Andererseits auch, weil es ein sehr breites Produktspektrum und nicht nur ein Produkt betrifft und sie die Produktion sehr nah an den Kunden verlagern möchten bzw. können.

Pasta-Drucker der TNO Eindhoven (Quelle: geek.com)

Pasta-Drucker der TNO Eindhoven (Quelle: geek.com)

Die Meisten von uns kennen ja die Produktion bspw. von Nudeln vor Ort sicher durch Vapiano. Ganz so neu ist dieses Thema also nicht. Barilla versucht nun mit speziellen 3D-Druckern und insbesondere später mit den „Kartuschen“ dafür, die Produktion von Pasta vor Ort zu standardisieren und auszurollen. Hierfür arbeitet Barilla bereits seit zwei Jahren sehr eng mit der Technischen Universität Eindhoven zusammen, die auch an einem Drucken für Pizza arbeiten.
Erster Zielmarkt hierfür ist zunächst sicher der Restaurant-Bereich. Ziel sei es zunächst, potenziellen Kunden einen Prototyp anzubieten, der in zwei Minuten 15 bis 20 verschiedene Pastagerichte ausdrucken kann und von bspw. einem USB-Stick (oder vielleicht auch aus der Koch-Community aus dem Netz oder einer speziellen Tablett oder Smartphone-App, die bspw. das ganze „Mischen“ spielerisch angeht) die entsprechende digitale Rezeptur zur Mischung der verschiedenen Zutaten in der richtigen „Dosis“ zugesteuert bekommt. Neben Restaurants werden sich sicher auch die ersten spezialisierten Lebensmittel-Geschäfte mit diesem Thema vorwagen. Denn hier profitieren alle Beteiligten – vom Zutaten-Hersteller (Barilla) über den Handel bis hin zum Endverbraucher. Die Ware ist Quasi immer „On-Stock“, die nicht so oft gefragte Ware vergammelt nicht bzw. bleibt nicht liegen und nimmt Platz weg, die gesamten Logistik-Prozesse vereinfachen sich und auch der Transport und die Transportkosten usw. Und der Endverbraucher hat immer genau die frisch zubereitete Pasta verfügbar, die er gerade benötigt und kann auch mal neue „Mischungen“ ausprobieren bzw. sich selbst „zusammenstellen“ – mit mehr oder weniger Gluten, usw. – sofern die Software automatisch dafür Sorge trägt, dass das Ganze noch genießbar ist ;-). Aber auch bei zahlreichen Restaurants, die nicht mehr alle speziellen Pasta-Arten vorhalten müssen und zudem auch noch auf den noch so speziellsten Geschmack des Gastes eingehen können, hat diese Technologie sicher eine realistische Chance, sich zu etablieren. Aber auch Hobbykoch daheim wird künftig eine interessante Zielgruppe darstellen und vielleicht wird ja dann auch der eine oder andere zum Hobbykoch.

Zunächst wird es sicher nur Drucker geben, die für diese eine Art von „Produkten“ geeignet sind. Durch die enorme Geschwindigkeit bei der Weiterentwicklung von Multi-Material und Multi-Color (bzw. Zutaten) Druckern, werden sicher in ca. 5 Jahren verstärkt Drucker auf den Markt kommen, die zu endkundenorientierten Preisen angeboten werden und in der Lage sind, fast alle „Probleme“ des täglichen Bedarfs zu lösen – vom Druck des verlorengegangenen Playmobil-Zubehörs (durch eine von Playmobil verkaufte 99Cent 3D-Vorlage), des Ersatzteils für den Geschirrspüler bis hin zu den Lebensmitteln – einfach durch Austausch der entsprechenden „Module“ bzw. Materialien/Rohstoffe (anstatt Farbkartuschen). Alleine die Anwendungsfälle in der Küche sind enorm und die Vorstellung, die ja eh schon durch die quasi teschnisch beschriebenen Zutatenliste bei Rezepten (wie bspw. fast 700 sich durch die Zutaten unterscheidenden Rezepte alleine für Waffeln bei Chefkoch.de), durch die richtige Back- bzw. Kochvorstufe durch einen 3D-Drucker (der so selbstverständlich wie eine Mikrowelle, das Waffeleisen oder ein Mixer seinen Platz in der Küche hat) erledigen zu lassen, erscheint einem dann irgendwie gar nicht mehr so unrealistisch.

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Warum stationäre Händler keine Online-Händler sind – wo liegt die Zukunft des stationären Handels?

Der stationäre Handel kämpft gegen die Online-Konkurrenz an, der Ihr immer mehr an Umsatz weg nimmt und der immer öfter zur Existenzbedrohung für stationäre Händler wird. Zudem beklagen die Kommunen das Aussterben der Innenstädte sowie immer weniger Steuereinnahmen für die Stadt zum Erhalt von Freizeit- und Kultureinrichtungen, da die Online-Händler entweder keine Steuern zahlen, die der Stadt zu gute kommen oder – wie bei amazon & Co. – gar keine.
Es zeigt sich jedoch mittlerweile immer stärker der Trend, der u.a. auch mit dem Aufruf in den Medien oder dem verzweifelten Kampf von Einzelhändlern verbunden ist, wieder vermehrt lokal einzukaufen.
Zudem werden die Rufe bspw. von Verbänden immer lauter, dass der stationäre Handel das Internet nicht verschlafen darf und ebenfalls in den Online-Handel einsteigen soll. Der stationäre Handel soll in diesen Apellen den Selbsteintritt in den Online-Handel gehen und eine Multi-Channel-Strategie verfolgen. Sie sollen die reinen Online-Händler mit ihren eigenen Waffen schlagen – im Zusammenspiel mit der Service-Kompetenz des stationären Handels.
Diese Apelle klingen auf den ersten „Blick“ sehr plausibel und nachvollziehbar – Enden aber oftmals mit mehr als nur einem blauen Auge. Dennoch wagen immer mehr lokale Geschäfte den Weg in den Online-Handel – und stehen aber dann und meist zu spät vor der Erkenntnis, dass der Online-Handel einerseits ein vollkommen anderes Geschäftsmodell ist, die Kunden meist in einer anderen Kaufsituation sind und andererseits dieses Geschäft nicht einfach nebenbei mit dem Tagesgeschäft parallel betrieben werden kann.

Ein eigener Online-Shop ist für stationäre Händler oft zum Scheitern verurteilt 

Die Vorstellung, einen eigenen Online-Shop mit Bestellfunktion betreiben zu können, zeugt leider oft von großer Naivität.
Nicht nur, dass ein Online-Shop oft mit erheblichen Investitionen und Aufwänden aufgesetzt und stets aktuell gehalten werden muss, sondern oft wird vernachlässigt, dass die Produktinformationen, Content und Fotos (inkl. Rechten) ebenfalls aufbereitet und aktuell gehalten werden müssen. Zudem ist die Warenwirtschaft (sofern vorhanden) meist nicht an den Shop angebunden ist bzw. angebunden werden kann und somit nicht in der Lage ist, Preise und Verfügbarkeiten aktuell zu halten, was oftmals in manueller zusätzlicher täglichen Arbeit endet – oder in weitere Investitionen in die Warenwirtschaftssysteme. Aber alleine damit ist es auch nicht getan, da stationäre Geschäfte – anders als Läger – über Laufkundschaft verfügen und somit Kunden im Geschäft Produkte aus den Regalen nehmen, ohne dass dieser „Pickvorgang“ vom Warenwirtschaftssystem erfasst wird. So herrschen immer asynchrone Informationen zwischen Online-Shop und tatsächlicher Verfügbarkeit der Ware vor – sofern man keine getrennten Läger führt und Ware für den Online-Shop reserviert und nicht dem stationären Verkauf zugänglich macht.

Gehen wir aber einmal davon aus, dass alle Investitionen in die Infrastruktur getätigt wurden, der Online-Shop und die Prozesse stehen, die Produkte mit Bildern und Content/Informationen versehen wurden. Dann kommt die nächste Hürde.
Nicht nur, dass man jetzt lediglich ein Shop von vielen ist (lokal hatte man evtl. nur wenig bis gar keine Konkurrenz) und mit Produkten, wie sie jeder andere auch hat, muß dieser stets aktuell gehalten (Produkte, Onsite-Marketing-Maßnahmen,…) und steht zudem im großen Wettbewerb nicht nur zu weiteren stationären Läden mit Online-Shop, sondern insbesondere zu globalen und auf Online-Business spezialisierten Pure-Playern – die mit teilweise ruinösen und auf Verdrängung ausgelegten Kosten- und Preisstrukturen agieren. Auch wird man feststellen, dass im Online-Business aufgrund des Geschäftsmodells des Distanzhandels und des Fernabsatzgesetzes ganz andere Rahmenbedingungen gelten (bspw. im rechtlichen Sinne sowie bei Retouren und Retourenkosten, Betrug,…). Hinzu kommen Prozess- und Abwicklungskosten, Ressourcen und ggf. Investitionen im Bereich Customer-Care und Fulfillment, usw. Und letztendlich muß man dafür Sorge tragen, dass überhaupt jemand den eigenen Shop findet und auch bestellt, damit sich die ganzen Aufwände und Investitionen auch auszahlen.

Alleine diese kurzen nur angerissenen Ausführungen lassen schon erahnen, dass das Online-Business eine sehr komplexe Angelegenheit ist und nicht einfach mal nebenbei zum stationären Geschäft betrieben werden kann.
Zudem fehlt den stationären Händlern oftmals nicht nur die nötige Online-Kompetenz – noch nicht einmal ein Minimum an notwendiger Affinität zu dem Medium. Dies ist alleine schon dadurch bedingt, dass wenn man den ganzen Tag im Laden steht, Abends die Buchhaltung macht und noch für die Familie da sein möchte, gar keine Zeit mehr dafür hat, sich mit dem Medium Internet mit der nötigen Intensität auseinandersetzen und sich aufgrund des schnellen Wandels und der Weiterentwicklung auf dem Laufenden halten zu können.
Zudem sind viele bisher angebotenen Online-Marketing-„Werkzeuge“ für stationäre Händler einerseits recht kompliziert zu bedienen und setzen technisches KnowHow und Verständnis voraus. Zum anderen sind diese mit recht viel Zeitaufwand in der Bedienung verbunden, was viele Händler einfach zeitlich nicht zusätzlich leisten können und abschreckt.

Dies soll jedoch nicht heißen, dass ein eigener Online-Shop für einen stationären Händler nicht auch sehr erfolgreich betrieben werden kann. Sicher gibt es einige Gegenbeispiele – wenn neben der entsprechenden Energie und Aufmerksamkeit sowie dem Verständnis für das Online-Business auch das Angebot stimmt, d.h. meist etwas besonderes darstellt. Als Erfolgsbeispiele hierfür werden oft spezielle lokale Angebote mit überregionaler Nachfrage genannt, wie bspw. Holzkunst aus dem Erzgebirge oder aber auch, wenn der Händler durch Authentizität, Kompetenz und spezielle Services begeistern kann.
Diese Fälle sind jedoch eher die Ausnahme anstatt die Regel.

Was kann der stationäre Handel aber nun tun, um gegen/neben dem Online-Handel bestehen zu können?

Ausgangslage

Vergegenwärtigen wir uns zunächst noch einmal die Ausgangslage für Händler und Kunden:

Problem für Händler:
Sie erreichen nur die Menschen, die (zufällig) vor Ort sind und auch nur während der Öffnungszeiten.
Eingefügtes_Bild_04_01_14_23_20Werbung auf klassischem Wege verpufft, da Prospekte/Wurfsendungen und Tageszeitungen immer mehr an Relevanz verlieren.

 

 

Problem für die Kunden:

Die Kunden wissen nicht, was die Geschäfte in der Nähe aktuell bieten.

Eingefügtes_Bild_04_01_14_23_21Sie können sich derzeit nur vor Ort und während der Öffnungszeiten informieren, sowie Geschäfte, Angebote und Produkte finden (mit den damit verbundenen Zeit und sonstigen Aufwänden sowie Stress), wohingegen ein Online-Händler immer und einfach da ist.

 

Unterschied zwischen eCommerce und stationärem Handel

eCommerce und stationärer Handel sind vom Grunde her nicht austauschbar, da sie unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Auf der einen Seite die Kunden, bei denen das Produkt im Vordergrund steht und der Transaktionsabwickler, sprich Händler, quasi egal ist (klassisches eCommerce-Geschäft). Auf der anderen Seite dann die Kunden, die noch keine konkrete Vorstellung von dem Produkt haben, welches sie suchen und bei denen der Händler und ggf. die StoreBrand stärker in den Mittelpunkt rückt. Beide Konzepte haben also Ihre Daseinsberechtigung, wohingegen der stationäre Handel aufgrund der oben beschriebenen Probleme definitiv Handlungsbedarf hat.

Grafisch lassen sich diese unterschiedlichen Ebenen im Kaufprozess wie folgt darstellen:

Abgrenzung stationärer Handel und Online-Handel im Sales-Funnel (Quelle: Hagen Fisbeck)

Abgrenzung stationärer Handel und Online-Handel im Sales-Funnel (Quelle: Hagen Fisbeck)

Oder in folgender Darstellung als Kaufentscheidungsprozess:

Kaufentscheidungs-Prozess (Quelle: Hagen Fisbeck)

Kaufentscheidungs-Prozess (Quelle: Hagen Fisbeck)

 

Daneben gibt es natürlich auch Online-Shops, die einerseits nicht rein transaktionsorientiert sind und bspw. durch eine starke Marke (insbesondere die Shops von Herstellern) und Emotion bestechen oder ein entsprechendes spezielles Angebot haben, welches lokal im stationären Handel nicht verfügbar ist (bspw. ökologisch-sozial korrekte Mode). Diese sind aber eher die Ausnahme.

Online ja – aber wie?

Fest steht auf jeden Fall: Der stationäre Handel darf das Internet nicht vernachlässigen. Im Gegenteil. Er muss es als Chance ergreifen – nicht nur weil die klassischen Zugangswege und Medien zum Kunden, wie Tageszeitungen, etc. immer weniger genutzt werden, sondern weil ihm über die Mobilität und Ubiquität des Internets ganz andere Möglichkeiten offen stehen – und er dies durch seine lokale Präsenz als herausragenden Wettbewerbsvorteil nutzen kann.

Der derzeitige Online-Marketing-Werkzeugkasten für stationäre Händler

Wenn wir einmal einen Blick in den Online-Marketing-Werkzeugkasten für stationäre Händler werfen, dann ergeben sich diverse Möglichkeiten, von denen ich hier einige nenne und teilweise auch vertieft eingehe:

Eigene Webpräsenz:

  • Aufbau einer reinen Online-Präsenz – also eine Web-Präsenz ohne Shop-Funktionalität als statische Seite oder als Blog.
    Vorteil: Kostengünstig. Nicht so pflegeintensiv wie ein Online-Shop. Darstellung der Kompetenzen und Sortimente sowie aktueller Angebote.
    Nachteil: Kunden müssen sich stets an die Präsenz (wie auch beim Online-Shop) erinnern und proaktiv immer mal wieder „vorbeischauen“. Ständige Pflege und Aktualisierung sowie Bereitstellung von Informationen und Content. Aufwände für die Bekanntmachung der Präsenz sowie für die Pflege.

Plattformen:

  • Einbindung der Produkte auf bestehende Plattformen, wie Amazon, Rakuten oder eBay, ohne in den Aufbau eines Online-Shops investieren zu müssen.
    Vorteil:
    Geringe Investitionskosten und man wird aufgrund des Traffics auf der Plattform ohne große Werbeinvestitionen gefunden.
    Nachteil:
    Der Wettbewerb ist auch dort und nur geringe Möglichkeiten, sich als Händler zu profilieren, da das Produkt und ggf. noch die Plattform im Vordergrund steht, aber nicht der Händler. Zudem müssen i.d.R. die Produktinformationen und Bilder bereitgestellt werden (wobei dies bspw. bei amazon nicht zwingend ist, da man dort bei einem Produkt mit bereits vorhandenen Informationen einfach als weitere Bezugsquelle aufgelistet wird. Geltung des Fernabsatzgesetzes (Retouren, Retourenkosten,…), Versandkosten,…

Google:

  • Lokal gesteuerte Werbung bspw. bei Google schalten, mit Hinweis auf das Ladengeschäft und den angebotenen Produkten oder auf Aktionen. Hier kann man sich bspw. Unterstützung bei Anbietern wie Regiohelden holen.
    Vorteil:
    Kein Shop nötig (mit all den damit verbundenen Prozessen und Aufwänden).
    Nachteil:
    Es werden nur die Kunden erreicht, die gezielt nach etwas suchen (Wettbewerb zu Online). Es kann nur schwer das
  • Eintrag des Geschäftes bei Online-Branchenbüchern oder bspw. Google-Places.
    Vorteil:
    Kunde findet das Geschäft schnell – auch die Lage und bekommt wertvolle Zusatzinformationen, wie bspw. Öffnungszeiten, Adresse, Telefonnummer sowie die angebotenen Produkte und Marken im allgemeinen und Bewertungen durch andere Nutzer.
    Nachteil:
    Nicht aktiv nutzbar, da einerseits eine konkrete Suche durch den Nutzer vorausging und andererseits die Inhalte statisch ausgelegt sind. Es kann zwar ein Foto bspw. des Schaufensters eingestellt werden – diese sind aber i.d.R. nicht aktuell bzw. auch nur umständlich aktuell zu halten.

SocialNetworks / Facebook & Co.

  • Aufbau und Pflege einer Präsenz in Social-Networks, wie bspw. Facebook, Twitter & Co., um hierüber Kunden und interessierte Menschen über Aktuelles, Aktionen und Neuigkeiten zu informieren.
    Vorteil:
    Kunden auf dem Laufenden halten, über einfachste Wege über Neues oder Aktionen zu informieren.
    Nachteil:
    Man erreicht nur die Kunden, die einen bereits kennen, wobei einerseits durch interessante Angebote durch Teilen/Liken der User auch andere Menschen aus dem Netzwerk der Kunden erreicht werden und zum anderen durch entsprechende Werbung bspw. auf Facebook (anders als bei Google, wo ja nur entsprechend einer konkreten Suchanfrage eine Anzeige erscheint) auch relevante Zielgruppen sehr gut selektiert und angesprochen werden können. Das Thema SocialNetworks und hier insbes. Facebook ist somit eine durchaus empfehlenswerte Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen – zumal dort aufgrund der visuellen Möglichkeiten auch eine für den stationären Handel wichtige verstärkte emotionale Ansprache möglich ist.

Aktionsplattformen

  • Teilnahme an Couponing-Diensten, wie Groupon, etc.
    Vorteil:
    Hohe Reichweite. Oftmals werden gekaufte Angebote nicht eingelöst.
    Nachteil:
    Man hört des Öfteren von der schlechten Kundenqualität, d.h. die Kunden waren nur auf das eine Angebot aus und können nur sehr schwer zu echten Kunden gemacht werden. Das Angebot ist i.d.R. nicht kostendeckend, d.h. die Neukundengewinnung muss sich im Laufe der Zeit auszahlen.
  • Teilnahme an digitalen „Schweinebauchportalen“, wie LocalPlus von der Telekom, auf denen ein stationärer Händler aktuelle Angebote platzieren kann.
    Vorteil:
    Hinweis auf Aktionen oder ein spezielles Angebot, Nutzung der Reichweite des Portals, Möglichkeit zum schnellen Abverkauf.
    Nachteil:
    Fokus auf Aktionen und Schnäppchen – daher eher eine Konkurrenz zu den Couponing-Anbietern. Keine gute Möglichkeit, sich als Händler mit seinen Kompetenzen zu präsentieren, da der Fokus auf das Produkt bzw. Angebot gelegt wird.

Lokale Produktsuchmaschinen

  • Einbindung der Produkte auf Portale wie My-X-Place, Quicker, locafox, Google Local-Shopping &Co.
    Vorteil:
    Reichweite des Portals kann genutzt werden. Kunden können ggf. direkt kaufen oder sehen zumindest, welche Händler in der Nähe ein konkret gesuchtes Produkt haben. Der Kunde muss den Anbieter nicht schon vorher kennen, sich an ihn erinnern oder diverse Einzelseiten (Online-Shops, Apps oder Web-Präsenzen) einzelner Händler „abklappern“.
    Nachteil:
    Reine Produktorientierung. Der Händler rückt in den Hintergrund und wird austauschbar. Der Kunde muss schon wissen, was er sucht. Preistransparenz und Vergleichbarkeit. Direkter Wettbewerb zu großen Online-Händlern und keine Differnzierungsmöglichkeit zu diesen. Die stärken und Kompetenzen sowie Services des Händlers stehen im Hintergrund. Die Händler müssen bereits Online-Fähig sein. Oft aufwändige Produktpflege. Ist auch gleich die Bestellung möglich, so werden die oben genannten Thematiken, wie Fernabsatzgesetz, Retouren, etc. relevant. Keine echten Verfügbarkeitsinformationen (Laufkundschaft),…

Der Kernunterschied zwischen Produkt- und Anbieterorientierung – ausgehend vom Kaufimpuls – läßt sich wie von Alexander Graf auf kassenzone.de dargestellt zusammenfassen:

Quelle: kassenzone.de

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an kassenzone.de

Lokale Window-Shopping-Portale

  • Aktuell neu entstehende Portale/Apps, wie @My-Store, gehen einen etwas anderen Weg und stellen den Händler und seine Produktinszenierung in den Mittelpunkt. Der stationäre Händler macht also einfach Fotos von seinem Schaufenster und der Produktpräsentation im Laden und stellt diese, neben weiteren Informationen über seinen Laden und Kompetenzen oder aktuellen Angeboten, online. Das, was den stationären Handel erfolgreich macht und somit die klassische stationäre Einkaufssituation widerspiegelt, wird hin zum Kunden gebracht – die Schaufenster, die Produktinszenierungen und Aktionen, aber auch die Präsentation des Geschäftes, seiner Kompetenzen und Mitarbeiter.
    Der Kunde kann sich somit orts- und zeitunabhängig, stressfrei und bequem über die lokalen Händler und seine Angebote informieren und sich inspirieren lassen – ohne bereits vorher Geschäfte oder Produkte kennen zu müssen. Push-Benachrichtigungen halten die Kunden über Neuigkeiten bei ihren Lieblingsshops auf dem Laufenden.
    Diese Plattformen kombinieren letztendlich also die bisherigen Vorteile des beratenden Einkaufs, dem persönlichen Service 
und der Fachhandels-Erfahrung mit dem modernen und mobilen Lebensstil.
    arrangementVorteil:
    Die Reichweite des Portals wird genutzt – keine weiteren Werbeaufwendungen nötig. Der Kunde muss den Anbieter nicht schon vorher kennen, sich an ihn erinnern oder diverse Einzelseiten (Online-Shops, Apps oder Web-Präsenzen) einzelner Händler „abklappern“. Die Plattform kann als aktive Verkaufsförderungsplattform genutzt werden, da die Inhalte jederzeit aktualisierter sind und sich die Kunden direkt benachrichtigt lassen können. Die Lage des Geschäftes rückt in den Hintergrund. Sehr einfache Pflegbarkeit und Aktualisierbarkeit bspw. via Smartphone mit spezieller Händler-App. Die aufwändigen Produktinszenierungen bekommen ihre Verlängerung in das Internet und erreichen somit nicht mehr nur die Menschen, die zufällig am Geschäft vorbei kommen. Neben Fotos können auch Videos eingestellt werden. Einfache Möglichkeit zur Neukundengewinnung, da die Kunden weder Produkt noch Geschäft im Vorfeld kennen müssen. Gute Darstellung der Kompetenzen und Services des Ladens. Reservierungsmöglichkeit durch klassischen Anruf. Es können auch Einzelprodukte mit Produktinformationen und Preisen hinterlegt werden, die dann auch gezielt gesucht werden können. Ist ein Online-Shop vorhanden, dann können die dargestellten Produkte direkt zum Shop verlinkt werden. Das Einpflegen von einzelnen Produkten ist freiwillig – je nachdem, wie viel Aufwand und Zeit der Händler aufwenden kann. Keine speziellen Computer- oder Softwarekenntnisse, aufbereitete und strukturierte Produktdaten oder eine Warenwirtschaft notwendig. Es können Coupons als VKF-Instrument eingesetzt werden.
    Nachteil:
    Kein direkter Online-Shop. Produktsuche zwar möglich, steht aber nicht im Vordergrund. Der Verkäufer kann den Kunden nicht wie im Laden zu einem Gespräch bringen (nur via Telefon), d.h. die persönliche Ebene ist auch hier nur eingeschränkt möglich.

Die beiden zuletzt dargestellten „Werkzeuge“ – lokale Produktsuchmaschinen und Window-Shopping-Portale – lassen sich hier noch einmal  zusammengefasst gegenüberstellen. Je nach Kaufsituation des Kunden haben beide Konzepte ihre Daseinsberechtigung, wobei Produktsuchmaschinen in den direkten Wettbewerb zu reinen Online-Shops treten – der Händler und seine Kompetenzen, Services, etc. treten aufgrund der Produktorientierung in den Hintergrund. Händlerorientierte Window-Shopping-Konzepte stellen dagegen die Kompetenzen und Vorteile, Services etc. der stationären Händler in den Vordergrund und legen den Fokus nicht auf ein konkretes Produkt. Setzen also auf das, was der stationäre Händler versteht und kann.

Rationaler Einkauf vs. Einkaufserlebnis. (Quelle: Hagen Fisbeck, Bilder: Apple sowie my-xplace.de)

Rationaler Einkauf vs. Einkaufserlebnis. (Quelle: Hagen Fisbeck, Bilder: Apple sowie my-xplace.de)

 

Multichannel, Omnichannel oder Cross-Channel bedeutet nicht, dass man alle „Kanäle“ gleich bearbeiten und mit gleichen Angeboten und der gleichen Strategie bedienen muß, sondern jeder „Kanal“ nach seinen spezifischen Anforderungen und passend zu dem eigenen Profil, sowie den eigenen Kompetenzen und Möglichkeiten, genutzt wird.

Das Internet als Betriebssystem für den stationären Handel

Die Erwartungshaltung der Kunden hat sich auch aufgrund der Online-Shops und der Internet-Nutzung für den stationären Einkauf grundlegend verändert.
Die Anforderungen an die Beratungskompetenz hat sich für stationäre Händler massiv verändert.
Die Kunden erwarten bspw. im Laden (mit bspw. dem Smartphone als “second screen”) mindestens den gleichen Komfort hinsichtlich Produktinformationen, Produktvergleiche, Kaufhistorie mit individuellen Empfehlungen, Bewertungen sowie weiterer Services und Beratungsfunktionalitäten, die bspw. im eCommerce bereits geschätzt werden, d.h. dies setzt der Kunde als Minimalforderung künftig auch im Laden voraus.
Die Services im Laden müssen somit zusätzliche kanalspezifische Mehrwerte bieten, die ein reiner Online-Shop oder Informationen aus dem Netz nicht leisten kann – wodurch auch die Anforderungen bzgl. des Informationsstandes und die Qualifikation der Mitarbeiter eine neue Qualität bekommt. Denn das, was im Internet steht (Produktinformationen, Bewertungen und Kritik, Videos und Produktvergleiche), kennt der Kunde meist bereits. Er kommt mittlerweile mit sehr großen Vorwissen in das Geschäft und ist mindestens genauso gut informiert, wie ein „normaler“ Verkäufer.
Der stationäre Händler muss somit ein wahrer Experte und „Künstler“ auf seinem Gebiet sein sowie über eine sehr ausgeprägte emotionale Kompetenz verfügen, um den Kunden einen Mehrwert zu bieten und ihn zu überzeugen. „Normale“ Verkäufer und Schubladen-Schieber werden immer mehr überflüssig.
Um das Thema „Web-In-Store“ wird kaum ein stationärer Händler künftig herumkommen. Informationen aus dem Internet, wie Bewertungen, Produktbeschreibungen, Vergleiche und Videos, die über spezielle Terminals, Abrufmöglichkeiten durch das eigene Smartphone oder die Google-Brille für den Kunden (bspw. durch QR-Codes oder künftig iBeacon). Der Händler und Verkäufer von Morgen muß somit ein echter Könner und Experte sein, der die schwierigen Kaufentscheidungen und Herausforderungen der Kunden lösen kann und sein Angebot neben hohem Involvement quasi „lebt“. Dies wird künftig eine immer stärkere Herausforderung bei der Mitarbeiter-Auswahl und -Weiterbildung sein. Auch spezialisierte Blogs etc. gehören künftig ganz selbstverständlich zur täglichen Pflichtlektüre des Händlers und Verkäufers.

Auch der lokale Handel muß das Internet folglich als Betriebssystem bzw. Fundament begreifen, auf dem alle neuen und bestehenden Prozesse aufbauen bzw. die Aufgaben des Händlers unterstützten und mit kanalspezifischen Mehrwerten versehen.
Die aktuellen und künftigen Technologien und Möglichkeiten, wie Local-Based-Services, Mobile-Payment, Online-Beratungsfunktionalitäten und Augmented-Reality-Anwendungen, NFC oder iBeacon Technologie, etc. setzen die Notwendigkeit zum Umdenken und Umsetzung von nötigen Anpassungen hin zu einem internet-zentrierten Servicekonzept im stationären Handel voraus.

Der erfolgreiche stationäre Handel von Morgen

Die alleinige Konzentration auf Kunden im Bereich „Bedarfsweckung“ bzw. „attention“ und „interst“-Kunden (siehe oben) und der Einsatz von Online-Marketing-Instrumenten wird für die stationären Händler keine dauerhaft erfolgreiche Strategie sein.
Der stationäre Handel sollte seine Online-Investitionen und seine „Online-“ Strategie auch zur Differenzierung und zum Ausbau der notwendigen Online-Services und zu Veränderungen im und für seinen stationären Laden einsetzen, anstatt sich mit einem eigenen Online-Shop in das Haifischbecken des stark umkämpften, von großen internationalen Playern mit großer Marktmacht dominierten und von starker Verdrängung und Selektion geprägten eCommerce zu begeben.

Den Online-Handel „mit seinen eigenen Mitteln schlagen“ bedeutet für den stationären Handel somit nicht, dem Online-Handel nachzueifern – denn hier kann er nur verlieren – sondern die gleiche Infrastruktur dafür einzusetzen, um sich deutlicher von diesem zu differenzieren, die Stärken deutlicher macht und um Services zu bieten, die der reine Online-Handel so nicht bieten und nachmachen kann – wie es bereits bspw. in einem Einkaufszentrum in Solingen erprobt wird oder Apps mit Aktionshinweisen von Stores in den ECE-Shoppingcentern Limbacher-Platz und Alstertal.
Der erfolgreiche stationäre Handel von Morgen wird Online- bzw. Internetgetrieben und digital sein (bspw. durch 3D-Druck-Services bei Ersatzteilen, Brillen, Schmuck, Spielwaren,… oder Augmented-Rality-Anwendungen), indem er diese Technologien im stationären Laden richtig und effektiv einzusetzen versteht. Er muss „Online“ in Bezug auf den Einsatz des Internets und digitaler Technologien als Unterstützungsfunktion im Handel in der realen Welt (und nicht wie der reine Online-Handel in der virtuellen) denken und begreifen. Die reine virtuelle Online-Welt sollte er (neben den neuen Möglichkeiten in der realen Welt, wie bspw. LBS-Marketing) allerdings als zusätzlichen Marketing-Kanal aktiv zu nutzen verstehen. Der stationäre Handel wird jedoch i.d.R. in Zukunft nicht dadurch erfolgreich sein, dass er jetzt in den Multi-Channel-Handel einsteigt zusätzlich auch einen Online-Shop betreibt.

Die Ubiquität des Internets sowie die mobilen Devices (Smartphones, Tablets, Smart-Watches und -Glasses) liefern dem stationären Handel die Möglichkeiten, sich wieder ggü. dem Online-Handel zu behaupten und wieder zu neuem Wachstum zu gelangen.
Er muss nur verstehen, diese Technologien und Veränderungen für die nächste Evolutionsstufe des stationären Handels für sich richtig einzusetzen.

Dies sieht auch IBM so:

 

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3D-Drucker erobern immer mehr den Einzelhandel

Nachdem schon bereits einige größere Einzelhandelsketten mit 3D-Druck experimentieren, kommen immer weitere namhafte Unternehmen hinzu. Nicht nur, dass das traditionsreiche französische Postunternehmen La Poste seit November die ersten Modelle in seinen Filialen aufstellt.

Auch im deutschen Einzelhandel eröffnen immer mehr 3D-Druck-Läden.

Die deutsche Post teilte auf Anfrage des ZDF zwar mit, keine Pläne im Zusammenhang mit 3D-Druck zu haben. Dennoch ist 3D-Druck auch im Deutschen Einzelhandel auf dem Vormarsch. In zahlreichen deutschen Großstädten werden stets neue 3D-Druck-Geschäfte eröffnet, wie in Berlin der Botspot oder in Hannover der 3D-Printstyle.
Die Kunden sollen mit der Technologie und den Möglichkeiten des 3D-Drucks vertraut gemacht werden. Sie bekommen so die Gelegenheit, selbst entworfenen Schmuck, Kunstobjekte oder gar Häusermodelle zu drucken oder Ersatzteile für defekte Haushaltsgeräte zu fertigen.

Die Wirtschaftswoche prognostiziert sogar, dass Deutschland ein 3D-Druck-Land wird und gibt Beispiele, was bereits schon alles aus dem 3D-Drucker kommt.

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