Makers und DIY verändern klassische Geschäftsmodelle

Der Erfolgsautor Chris Anderson (The Logtail) ist überzeugt davon, dass die nächste industrielle Revolution ins Haus steht.
3D-Druck ist zwar schon recht alt und in der Industrie sehr weit verbreitet. Über erste Gehversuche in Richtung Endkundenmarkt wurde auch bereits 2005 bei SpiegelOnline bzw. 2006 in der Brandeins schon berichtet.

Durch die Professionalisierung der Technik und Entwicklung massentauglicher 3D-Drucker wie der Makerbot, Cube oder der Deutsche Fabbster zu Preisen unter €2.000 – also günstiger, als so manches MacBook – stehen wir sicher kurz vor dem Tipping-Point und den Durchbruch für den Massenmarkt, insbesondere, wenn die Mehrfarbigkeit in einem Druckverfahren Standard ist und die Ausdruckgeschwindigkeit zunimmt.
Was zunächst sicher noch Spielerei sein wird, wird dennoch auch aus meiner Sicht zu starken Veränderungen in der bisherigen Wertschöpfungskette führen. Auch wenn nicht jeder gleich einen 3D-Drucker zuhause haben wird, werden erste „3D-Druck- und Copyshops“, Logistik-Dienstleister und Händler mit solchen Geräten ihren Service verbessern.
Ersatzteile müssen nicht mehr lange beschafft werden, Spielsachen und Deko-Gegenstände können direkt vor Ort und individuell erstellt und ggf. angepasst werden.
Ein Tipp: Wer 3D-Druck gerne live erleben möchte, der kann eines der in Deutschland recht verbreiteten Fab-Labs oder Hackerspaces aufsuchen.

Der Druck auf Hersteller und Händler, der die ursprüngliche Rolle bisheriger Geschäftsmodelle verändern wird, kommt jedoch auch noch von einer anderen Seite.
Die große DIY-Bewegung kommt nach den USA langsam auch bei uns immer mehr in Mode. IKEA & Co. haben uns ja schon zu handwerklichen Fähigkeiten erzogen und der Erfolg von Etsy (wächst und wächst und wächst) in den USA wieder über 70% auf mittlerweile gut 850 Mio. Dollar gewachsen und DaWanda bei uns zeigen, dass Selbstgemachtes nicht nur für den eigenen Bedarf im Trend liegt (FAZ: „Deutschland strickt wieder„), sondern  Menschen ihre selbst kreierte Mode, Schmuck, Möbel usw. auch für den Verkauf herstellt.

Jedes nicht industriell hergestellte Produkt geht somit an der klassischen Wertschöpfungskette und dem Handel vorbei.
Neue Plattformen wie kollabora, die sich selbst als Vorstufe von etsy sehen, treffen auf einen Wachstumsmarkt und bieten alle Vorprodukte inkl. Community zum Austausch von Designs und Schnittvorlagen etc.

Makers und DIY verändern klassische Geschäftsmodelle
1 Stimme, 5.00 durchschnittliche Bewertung (95% Ergebnis)

Über Hagen Fisbeck

Hagen Fisbeck ist Berater für digital gestützten Handel. Seit über 15 Jahren ist er im professionellen eCommerce und Multi-Channel-Handel tätig und war bei der Arcandor AG viele Jahre in leitenden eCommerce-Funktionen und als Intrapreneur tätig. Seit 2009 berät er größere und mittlere Handelsunternehmen im eCommerce und Multi-Channel-Handel und ist Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter von DigitalRetail
Dieser Beitrag wurde unter 3D-Druck, DIY/Maker abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Makers und DIY verändern klassische Geschäftsmodelle

  1. Pingback: Die Makerbewegung und ihre Auswirkungen auch auf den Handel | regital

  2. Pingback: 3D-Druck bei UPS: Vom Logistik-Dienstleister zum Produzenten | regital

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.