Digital Loyalty Programme

In letzter Zeit geht es auch bei uns immer wieder um Mobile – sei es als zukünftiger Ersatz für den Geldbeutel, als Shoppingkanal auf der heimischen Couch oder Shoppingbegleiter im stationären Handel. Das Smartphone ist aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken und auch der Handel stellt sich darauf ein.

In diesem Blogpost wollen wir eine weitere Facette dieser Entwicklung diskutieren; nämlich digitale Loyalty-Programme. Häufig wird die App des Händlers benötigt. In Verbindung mit dieser können Kunden dann personalisierte Angebote freischalten und ihre Punkte für Prämien o.Ä. einlösen.

Wir möchten in diesem Artikel diskutieren, welche Vorteile solche Programme haben und wie sie beispielhaft aussehen können.

H&M Club und ESPRIT Friends

Die Fashionhäuser ESPRIT und H&M bieten jeweils eigene Loyalty-Programme an. ESPRIT gliedert sein ESPRIT Friends-Programm in drei Treue-Level, die Kunden mit steigendem Umsatz automatisch erreichen und die dann jeweils neue Vorteile eröffnen. Die Kundenkarte gibt es als klassische Plastikkarte, jedoch ist diese nur in Verbindung mit der entsprechenden App nutzbar. Hierüber wird dem Kunden auch eine Zahlungsfunktion ermöglicht.

Bei H&M Club kann man mit steigendem Umsatz seine Punkte ebenfalls für immer attraktivere Angebote einlösen und außerdem an exklusiven Club-Events und Gewinnspielen teilnehmen. Es gibt beim Modeschweden keine Plastikkarte, sondern die Kundennummer ist in der H&M App hinterlegt und der Kunde kann auch nur per App Punkte sammeln.

Beide Kundenkarten sind also ohne die Händler-App nicht nutzbar – das Loyalty-Programm kann somit ein Grund dafür sein, sie herunterzuladen. Außerdem werden so alle Punkte an einer Stelle gesammelt, sowohl die online getätigten als auch Käufe im Laden. Natürlich bieten beide Apps außerdem viele zusätzliche Inhalte, wie z.B. die Produktscanfunktion, Filialfinder, eine Bestellübersicht und und und. Der Kunde hat also alles in der Hand und profitiert langfristig von jedem Einkauf. Dabei sind beide Programme so ausgelegt, dass es sich sowohl für regelmäßige Shopper mit großen Warenkörben als auch für Kunden lohnt, die nur ab und zu ein paar Euro ausgeben.

ESPRIT Friends

© ESPRIT Friends

Stocard – alle Karten in einer App

Ein Mannheimer Startup namens Stocard hat eine App entwickelt, mit der man alle seine Bonuskarten digitalisieren kann. Durch den Scan des Barcodes oder die Eingabe der Kartennummer wird die Karte in der Stocard-App gespeichert und kann dann vom Smartphone-Bildschirm an der Kasse gescannt werden. So muss man nicht an jeder Kasse die richtige Karte heraussuchen, sondern kann einfach das Handy zücken und die entsprechende Kundenkarte abrufen. Außerdem hat man aktuelle Angebote der jeweiligen Händler an einem Ort im Blick und verpasst keine Specials. Der Geldbeutel quillt nicht mehr über und man riskiert nicht, die entsprechende Karte genau am falschen Tag auf dem Küchentisch liegen zu lassen – z.B. weil man am Tag vorher online seinen Punktestand kontrolliert hatte. Das Herunterladen zahlreicher Händler-Apps entfällt ebenfalls – oder?

© Stocard

© Stocard

Neben der zahlreichen Vorteile sehen wir Stocard auch kritisch: Denn wie gesagt, benötigt man in vielen Fällen die eigene Händler-App, um die Vorteile der Mitgliedschaft in vollem Umfang nutzen zu können. Und immer häufiger wird über die eigenen Apps eben auch eine Zahlungsfunktion angekoppelt – eine Funktion, die Stocard nicht unterstützt.

Ein weiteres Beispiel — Starbucks: Mit der Starbucks-App und dem Programm My Starbucks Rewards können Kaffeeliebhaber bei jedem Kauf Sterne sammeln und durch Hinterlegen ihrer Kreditkartendaten in der App auch mobil bezahlen. Dies ist nicht möglich, wenn die Karte mit Stocard genutzt wird, der Kunde braucht die eigene Starbucks-App, um alle Funktionen nutzen zu können.

Ein weiteres Beispiel ist die IKEA Family Card. Auch diese Kundenkarte kann man bei Stocard einspeichern und sie dann an der Kasse scannen lassen. Doch auch hier ist die Zahlungsfunktion (die IKEA Family Bezahlkarte funktioniert wie eine Kreditkarte und kann u.a. auch bei Saturn oder Thalia zur Zahlung genutzt werden) nicht nutzbar.

Und: Zahlt man an den bekannten Express-Kassen, die IKEA anbietet und wo man seine Waren selbst scannt, kann man Stocard überhaupt nicht nutzen. Denn hier muss man seine Plastikkarte ganz altmodisch durch einen Schlitz ziehen, um sie zu registrieren und mit ihr bezahlen zu können. Schwierig, wenn man die Karte auf dem Smartphone hat. Man muss in solchen Fällen also doch die Plastikkarte herauskramen oder die Händler-App bemühen.

Ikea Kasse

IKEA Expresskasse, © IKEA

Ein weiterer Punkt ist, dass iPhone-Nutzer ihre Kundenkarten außerdem in der eingebauten „Wallet“ (ehemals Passbook) hinterlegen können. Dort funktioniert auch die Zahlung. Nutzt man also verschiedene Loyalty-Programme, deren Karten man an der Kasse lediglich vorzeigen muss, ist Stocard unglaublich praktisch.

Doch je mehr Loyalty-Programme mit Mobile Payment verknüpft werden, desto schwieriger kann es werden. Denn dann brauchen die Kunden die Händler-App. Denn natürlich möchten sie den Kunden einen Grund geben, ihre App herunterzuladen. Und mit Prämien und Extra-Punkten kann man doch sehr viele Kunden davon überzeugen, dass sie mehrere verschiedene Händler-Apps brauchen.

Auch in diesem Bereich (wie in allen Bereichen der Digitalisierung) wird sich weiterhin viel tun und bewegen. Wir bleiben wie immer dran und sind mindestens genauso gespannt wie ihr!

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