Amazon und die Dash-Diskussion

In den letzten 2-3 Wochen haben ein paar kleine Knöpfe für ziemlich großen Aufruhr gesorgt. Die Rede ist natürlich von den Amazon Dash Buttons, die es seit dem 1. September auch in Deutschland gibt.

Das Prinzip hinter den Buttons dürfte mittlerweile jedem bekannt sein. Falls nicht, hier die einfache Erklärung: Über einen kleinen Plastikknopf kann man als Amazon Prime Kunde eine Bestellung auslösen, sobald ein bestimmtes Produkt zur Neige geht. Der Gedanke hinter den Dash Buttons ist, dass man sich den Knopf, den es mit Verknüpfung zu verschiedenen Marken gibt, z.B. an die Waschmaschine oder neben die Toilette klebt, um dann Waschmittel oder Toilettenpapier nachzubestellen, bevor es ausgeht. Regelmäßig benötigte Produkte auf Knopfdruck.

Konfiguriert wird das Ganze dann per App und man legt im Vorfeld fest, welches Produkt von der entsprechenden Marke man bei Knopfdruck bestellen möchte. Mit dem heimischen WLAN verbunden ist der Button dann auch schon einsatzbereit. Drückt man den Knopf, wird automatisch eine Bestellung ausgelöst, die man dann in der App bestätigt. Ganz einfach also. Das Internet of Things ist eben eine geniale Sache.

Amazon Dash Buttons

Deutsche Verbraucherschützer finden die kleinen Knöpfe leider überhaupt nicht genial. Kritische Stimmen wurden laut, die anmahnten, dass sich auf dem Knopf kein Hinweis befindet, dass bei Drücken eine kostenpflichtige Bestellung ausgelöst wird. Auch die Angabe des aktuellen Preises fehle, hieß es. Auch wolle man gerichtlich gegen Amazon vorgehen.

Doch sind diese Einwände wirklich begründet? Wir sehen die Sache so:

Der Kunde richtet im Vorfeld per App genau ein, welches Produkt er zu welchem Preis auf Knopfdruck bestellen möchte. Drückt er seinen Button, bekommt er ebenfalls in der App eine Bestellbestätigung mit allen wichtigen Informationen. Er hat also einerseits alle nötigen Informationen, die er braucht, um eine Kaufentscheidung zu treffen und außerdem die Möglichkeit, nach Drücken des Knopfes seine Bestellung zu stornieren. Der eingebaute Bestellschutz verhindert zudem, dass z.B. spielende Kinder aus Spaß mehrmals drücken und so aus Versehen 15 Tonnen Waschmittel bestellen.

Ist eine Bestellung aufgegeben, ist der Knopf sozusagen gesperrt und kann keine weiteren auslösen, bis die aktuelle Bestellung ausgeführt ist. Das System ist also gut durchdacht. Der Kunde trifft die Entscheidung und weiß, was er tut, wenn er auf den kleinen Knopf drückt. Da kann man die sprichwörtliche Kirche auch mal im Dorf lassen und muss nicht gleich auf die Barrikaden gehen, nur weil auf dem Knopf nicht in Großbuchstaben „Jetzt kostenpflichtig bestellen“ steht.

Eine andere Art von (amüsanter aber wohl berechtigter) Kritik übte kürzlich Olaf Kolbrück von Etailment – zwar eher im Nebensatz, aber genau auf den Punkt gebracht. Er fühlte sich bei der Bestellung von mehreren Kilo Waschmittel ein wenig wie „Loriot beim Senfeinkauf in ‚Papa ante Portas'“. Die Assoziation finden wir sehr passend, da auch wir angesichts der großen Mengenpackungen, die Amazon teilweise für die Bestellung per Knopf anbietet, etwas überrascht waren. Natürlich soll man nur ab und zu drücken müssen, aber mal ehrlich: Wer bestellt gerne fünf Packungen Waschmittel à 1,5 kg? Bei anderen Produkten sind die Mengen etwas haushaltsüblicher und natürlich kommt es auch immer auf die Größe des Haushalts an.

Die Wirtschaftswoche berichtete diese Woche, dass laut einer Untersuchung des Portals mydealz viele Produkte, die per Dash Button bestellt werden können, teurer sind. Verglichen wurden die Preise mit denen des Marketplace sowie der Seite idealo.com. Andererseits gibt es auch zahlreiche Produkte, die im Amazon Dash Programm günstiger sind als anderswo. Man sollte sich also vorher genau informieren und wissen, welchen Preis man bezahlen möchte.

amazon dashGrundsätzlich halten wir die Dash Buttons für eine gute Erfindung. Das Internet of Things wird uns noch weitere spannende Möglichkeiten eröffnen und Amazon wird bei diesen Entwicklungen sicherlich noch häufiger mitmischen.

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