Amazon könnte starkes Interesse an 3D-Druck haben

Bereits im Jahr 2007 habe ich mich im Arcandor eCampus mit den Möglichkeiten und Potentialen von 3D-Druck bei Quelle, Neckermann, Karstadt und der Primondo Specialty-Group befasst und schon damals hatten wir hier viele Chancen und Möglichkeiten gesehen. Da die Technologie damals noch nicht ausgereift genug war, hatten wir das Thema nicht weiter verfolgt. Aufgrund des technischen Fortschritts im 3D-Druck, sieht die Situation mittlerweile deutlich anders aus.

Theodore F. di Stefano von der E-Commerce Times ist der Frage nachgegangen, warum Amazon an 3D-Druck ein großes Interesse haben könnte.

My guess that Amazon might be interested is because it is currently adding warehouses throughout the United States with a not-so-long-term goal of being able to offer same-day delivery to its customers. With warehouses strategically located throughout the country, it would be able to set up 3D printing facilities within them, thus making three-dimensional products (manufactured products) conveniently available to major population centers.

Fakt ist, dass Amazon ein Handels- und Technologie-Gigant ist. Insofern stellt sich schon die Frage, ob der nächste Schritt nicht die Herstellung von Gütern sein könnte. Mit der Technologie-Tiefe und dem Know-How wäre es für Amazon nur ein kleiner Schritt in Richtung 3D-Druck, da weder Logistik, noch Technologie für Amazon diesbzgl. ein Problem darstellen würde.

Was könnten für Amazon relevante Produkte für den 3D-Druck sein (in Anbetracht des aktuellen StatusQuo des 3D-Drucks)? Wenn man das Amazon-Sortiment mit dieser Brille betrachtet, dann gibt es alleine bei Werkzeugen viele Bereiche, in denen sich 3D-Druck anbieten könnte, oder Sachen für die Gartenarbeit. Ferner würden sich sicher einfache Küchen-Utensilien, Spielsachen, Handy-Hüllen oder Ersatzteile, etc. anbieten.

Ein paar 3D-Druck-Beispiele. Die meisten Druckvorlagen dieser Beispiele zum selber ausdrucken sind auf thingiverse.com verfügbar.

Ein weiteres Argument ist die Just in Time-Produktion, wie es Amazon bereits bei Büchern (und eBooks sowieso) realisiert hat. Durch die Just-in-Time-Produktion muss Amazon nicht mehr alle Bücher vorrätig halten und kann dennoch schnell liefern, was den Vorteil geringer Transportkosten (zu den einzelnen Lägern), Lagerkosten und -kapazitäten mit sich bringt und zudem erst bei Bedarf gefertigt wird.
Durch 3D-Druck wird das gleiche Prinzip auf andere Produkte ausgeweitet, die dann erst bei Bestellung (im entsprechenden kundennahen Lager) und zudem in der für den Kunden gewünschten genau passenden Größe produziert werden.

Derzeit sind zwar noch keine konkreten Pläne diesbezüglich bekannt, aber diese Spekulation in diese Richtung hat schon seinen gewissen Reiz.

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Über Hagen Fisbeck

Hagen Fisbeck ist Berater für digital gestützten Handel. Seit über 15 Jahren ist er im professionellen eCommerce und Multi-Channel-Handel tätig und war bei der Arcandor AG viele Jahre in leitenden eCommerce-Funktionen und als Intrapreneur tätig. Seit 2009 berät er größere und mittlere Handelsunternehmen im eCommerce und Multi-Channel-Handel und ist Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter von DigitalRetail
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2 Antworten auf Amazon könnte starkes Interesse an 3D-Druck haben

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